Sir Orfeo

✦ ─── ⟐ ─── ✦

a Middle English Breton lay


Sir Orfeo retells the story of Orpheus and Eurydice as a fairy tale of
medieval Britain. King Orfeo of Winchester (called "Traciens" in the poem,
a memory of Thrace) loses his queen, Heurodis, to the king of Faerie, who
carries her off from beneath an orchard tree. Orfeo abdicates his throne
and lives as a wild harper in the forest for ten years, until he glimpses
Heurodis riding among the fairy host and follows her into the otherworld.
There he wins her back by the power of his harping, and in disguise as a
wandering minstrel tests the loyalty of his own steward before revealing
himself and reclaiming his kingdom. Composed in the early fourteenth
century and preserved above all in the Auchinleck manuscript, it is one of
the finest of the Middle English Breton lays — poems that claim descent
from the "lays" of Brittany, blending Celtic otherworld journeys with the
conventions of English romance.

The text and apparatus below reproduce Oscar Zielke's Sir Orfeo — ein
englisches Feenmärchen aus dem Mittelalter, mit Einleitung und
Anmerkungen
(Breslau: Wilhelm Koebner, 1880), a nineteenth-century German
critical edition. Zielke prints the poem from the Auchinleck manuscript
(his "A"), filling its gaps and recording the readings of the two other
known witnesses — the Ashmole manuscript ("O") and the Harley manuscript
("H") — line by line beneath the text. His German introduction discusses
the poem's content, its style as a minstrel romance, and the history of
its three manuscripts and their printed editions; his notes gloss
individual words and lines against other Middle English romances.


Contents


Vorwort (Preface)

Die vorliegende ausgabe des englischen Orpheusgedichtes möchte ich nicht der öffentlichkeit übergeben, ohne den verehrten männern meinen dank zu sagen, die mich bei der arbeit unterstützt haben. An erster stelle habe ich herrn professor Kölbing zu danken, in dessen seminar die arbeit begonnen, unter dessen leitung sie fortgesetzt wurde. Ebenso bin ich auch herrn professor Zupitza zu danke verpflichtet, der, obgleich er selbst eine ausgabe des gedichtes vorbereitet hatte, mir doch auf meine bitte die arbeit überliess und in liebenswürdigster weise mir zur hand ging. Die ersten drei capitel der einleitung erschienen bereits im vergangenen jahre als breslauer inaugural-dissertation. Der druck des ganzen hat sich bis jetzt verzögert, weil ein anstrengendes schulamt meine thätigkeit allzusehr in anspruch nahm. Aus demselben grunde erscheinen auch die literargeschichtlichen bemerkungen am schluss des buches in weit knapperer form, als ursprünglich beabsichtigt war. Lähn in Schlesien, im Juli 1880. Dr. Oscar Zielke.


Einleitung (Introduction)

I. Der Inhalt des Gedichtes — The Content of the Poem

An der scheide des 13. und des 14. jahrhunderts tritt uns ein englisches gedicht entgegen, welches die sage von Orpheus und Eurydice im gewande der mittelalterlichen romane erzählt. Nach einer einleitung, welche von dem stoffe und der herkunft der lais handelt, verspricht der dichter von Sir Orfeo zu erzählen (1-24). Orfeo, ein mächtiger könig, von göttlichem geschlechte entsprossen, herrscht mit seiner gemahlin Heurodis in der stadt „Traciens". Ausser allen tugenden, welche den ritter zieren, übt er auch die kunst des harfenspiels so herrlich, dass, wer seinen tönen lauscht, klänge des paradieses zu vernehmen meint Heurodis aber überstrahlt an schönheit und güte alle irdischer frauen (25-54). An einem schönen maientage ergeht sich die königin mit zweien ihrer damen im garten und legt sich unter einem baum zur ruhe nieder. Sie schläft lange; als sie endlich erwacht, beginnt sie zu jammern und zu schreien, ihre hände zu ringen und ihr antlitz mit den nägeln ihrer finger zu zerfleischen (55-80). Erschreckt fliehen ihre begleiterinnen in den palast und holen ritter und damen, mit deren hülfe die fast wahnsinnige zu bette gebracht wird. Auch der könig eilt herbei, beruhigt die noch immer tobende endlich und erfährt auf seine dringenden fragen nach der ursache ihrer entsetzlichen klagen folgendes (81-117): Im traume seien ihr zwei schöne ritter erschienen, welche sie aufforderten, ihnen zu ihrem könige zu folgen; auf ihre weigerung seien sie davon geritten, und bald sei der könig selbst mit gefolge erschienen, habe sie, die königin, trotz ihres widerstrebens auf einen zelter gesetzt und in sein reich geführt; dort habe er ihr die herrlichkeiten seines landes gezeigt und sie dann wieder in den garten zurückgebracht; darauf habe er ihr unter androhung fürchterlicher strafe im falle des ungehorsams befohlen, am nächsten tage sich an derselben stelle des gartens einzufinden; dann werde sie in's feenreich entführt werden, um fortan mit ihm zu leben (118—172). Orfeo klagt über den verlust, der ihn treffen soll, und geht am nächsten tage mit seiner gemahlin und tausend rittern in den garten, entschlossen, die königin mit dem eignen leben zu vertheidigen. Aber siehe, mitten aus ihrer umgebung wird die königin entrückt, niemand weiss, wohin (173—192). Im schmerz um die ilm geraubte gattin legt Orfeo seine krone nieder, übergiebt die regierung seinem steward und bestimmt, dass nach seinem tode von dem parlamente ein neuer könig gewählt werde; er selbst wolle in des waldes wildniss um seine königin trauern. Umsonst ist das flehen seiner getreuen er verlässt schloss und land und geht barfüss im pilgergewande von dannen, nur seine harfe nimmt er mit sich、(193—230). Zehn jahre und länger lebt der könig im walde; im sommer sind wilde früchte, im winter wurzeln, gras und rinde seine nahrung. Jammervoll wird seine gestalt und der bart wallt ihm bis zum gürtel herab (231-264). Seine einzige freude ist sein harfenspiel, dem auch die wilden thiere und die vögel mit entzücken lauschen (265-2783). Wunderbare erscheinungen sieht Orfeo in dem walde: der könig des feenlandes jagt mit gefolge und hunden dahin und verschwindet wieder in räthselhafter weise; ein heer von tausend rittern, zum streite gerüstet, zieht an ihm vorüber; ritter und damen sieht er an spiel und tanz sich belustigen (279-300). Einst zeigen sich ihm sechszig damen zu ross und vergnügen sich an der falkenjagd am flusse. Orfeo geht hinzu und erkennt in einer der damen seine eigne gattin; auch sie erkennt ihn, und thränen der trauer über das klägliche aussehen ihres gemahls entströmen ihren augen; doch darf sie nicht mit ihm sprechen und wird eilends von ihren begleiterinnen hinweggeführt (301-328). Orfeo klagt über den nochmaligen verlust der wiedergefundenen, nimmt mantel und harfe und folgt den davoneilenden über stock und stein. In einen felsen sieht er die damen verschwinden, folgt ihnen ohne zu zögern und befindet sich nach drei

meilen weges in einem herrlichen lande, so hell wie die sonne an einem sommertage. Mitten darin erhebt sich ein schönes schloss, mit graben und thürmen versehen, mit gold und edlen steinen geschmückt, die zur nachtzeit mit ihrem glanze das ganze land erleuchten (329-374). Vor diesem schlosse steigen die damen ab und treten ein. Orfeo klopft an's thor und giebt dem pförtner auf die frage nach seinem begehr die antwort, er sei ein minstrel und wolle den herrn des schlosses mit seinem spiele ergötzen. Darauf erhält er einlass (375-384). Drinnen sieht er sich überall um und bemerkt eine menge von menschen, welche, von der erde in's feenreich entrückt, hier in demselben zustande sich befinden, in welchem sie die irdische welt verlassen haben: erschlagene, erwürgte, ertränkte, verbrannte, kindbetterinnen und viele, die im schlafe hierher gebracht worden waren. Hier sieht er auch seine geliebte Heurodis unter einem baume schlafend; an ihren kleidern erkennt er sie (385-406). Darauf tritt er in die halle des königs ein und sieht unter einem thronhimmel (tabernacle) den könig und die königin des feenreiches in glänzendem gewande sitzen. Er kniet vor ihnen nieder und bittet um gehör für sein harfenspiel. Als der könig ihn erstaunt fragt, wer er sei und wie er ungerufen zu kommen gewagt habe, beruft sich Orfeo auf die sitte der minstrels, die auch als ungebetene gäste ihr lied in der edeln hause anbieten (407-432). Nun setzt er sich nieder und schlägt die harfe so wundervoll, dass der könig und die königin und alle die im palast sind, den lieblichen tönen mit freude zuhören (433-444). Als er geendet, fordert ihn der könig auf, den lohn für seine kunst selber zu bestimmen. Orfeo verlangt die dame, welche dort unter dem baume schläft (445 - 454). Zuerst weigert sich der könig, die schöne Heurodis dem ungeschlacht aussehenden spielmanne zu geben, spricht sie ihm aber doch zu, als Orfeo ihn an sein königliches wort erinnert. Orfeo dankt, fasst sein weib bei der hand und verlässt mit ihr das feenreich auf demselben wege, der ihn hineingeführt (455-474). Unerkannt langen die beiden in Traciens an und nehmen am ende der stadt herberge bei einem bettler, der ihnen von den zuständen des reiches nachricht giebt und auch von dem 1*

verschwinden der königin und der selbstverbannung des königs erzählt (475-494). Am nächsten tage entleiht Orfeo des bettlers kleider, nimmt seine harfe und geht ohne seine gemahlin zur stadt, ein gegenstand der verwunderung aller, die ihm begegnen (495-506). Auf der strasse trifft er den steward, nennt sich einen harfner aus dem heidenlande kommend und bittet, ihm in seinem elende zu helfen. Der steward heisst ihn zum schlosse zu kommen, wo er das erbetene erhalten werde, denn um seines herrn willen sei jeder gute harfner ihm willkommen. Orfeo folgt dem steward in das schloss, wo die edeln mit dem steward zur tafel gehen und rauschende musik ertönt (507-521). Als die musik schweigt, greift Orfeo in die harfe und lässt sein lied zu aller lust ertönen. Da erkennt der steward am klange die harfe des geliebten königs und bestürmt den fremden spielmann, woher er die harfe habe. Orfeo erzählt, er habe sie vor etwa zehn jahren in der wildniss gefunden neben einem manne, der von wilden thieren zerfleischt gewesen sei (522-539). Wilder schmerz bewältigt den treuen steward, als er von dem tode seines herrn hört, und ohnmächtig sinkt er zusammen. Nun giebt sich Orfeo zu erkennen; er habe seine gemahlin aus dem feenreiche glücklich zurückgeführt und nur die treue seines stewards prüfen wollen; zum lohn für seine treue solle dieser nach ihm die krone tragen (540-572). Jetzt erkennen der steward und die edeln ihren könig, stürzen ihm zu füssen und jubeln über seine rückkehr. Orfeo wird zur kammer geführt und, nachdem sein struppiger bart entfernt ist, in königliche gewänder gekleidet (573-584). In feierlichem aufzuge wird die königin in die stadt eingeführt und das königspaar von neuem gekrönt. Sie leben noch lange und hinterlassen krone und reich dem treuen steward (585-602). Es liegt hier eine einfache, geschickt durchgeführte erzählung vor, welche uns ein liebenswürdiges bild von herzlicher gattenliebe und selbstloser mannentreue zeichnet. Die antike sage, welche zu grunde liegt, erscheint jedoch in solcher weise umgestaltet, dass wir nur mit mühe den klassischen mythus darin erkennen, vielmehr, wie ten Brink (Gesch. der engl. lit., p. 325) sagt, davon „den eindruck eines naturwüchsigen märchens erhalten".

Ob freilich diese vermischung mittelalterlicher und antiker ideen, wie ten Brink (a. a. o.) meint, eine beabsichtigte gewesen sei und „auf lebendiger anschauung des antiken stoffes und angleichung an mittelalterliche anschauungen" beruht habe, scheint zweifelhaft; vielmehr macht die dichtung den eindruck, als sei dem dichter der klassische mythus nur noch in den flüchtigsten umrissen bekannt gewesen. Eine genaue untersuchung über das verhältniss des englischen gedichtes zu der antiken sage, sowie über die quellen der in dem ersteren verwandten nichtklassischen motive, wie sie später angestellt werden soll, führt zu dem resultate, dass der uns seiner person nach unbekannte englische dichter wahrscheinlich nach einem französischen originale gearbeitet hat, und dass ein gut theil der in unserem gedichte erscheinenden züge sich auch in anderen dichtungen wiederfindet. Doch bleibt noch immer genug übrig, was wir dem englischen dichter oder seinem originale als eigenthum zuweisen können, um uns einen mit phantasie und geschmack begabten dichter erkennen zu lassen, den wir doch bedeutend höher anschlagen dürfen, als den tross der spielleute seiner zeit.

II. Der Stil des Gedichtes — The Style of the Poem

Das gedicht trägt ganz und gar den charakter der spielmannsdichtungen, welche die englische literatur des 13. und 14. jahrhunderts in so reicher zahl aufzuweisen hat. Der dichter arbeitet mit dem, ganzen apparate von formelhaften redefloskeln, wie sie die englische romanzenpoesie jener zeit hat aufspriessen lassen, und wie sie nicht minder in den gleichzeitigen volksthümlichen dichtungen der Deutschen, Niederländer und Franzosen geblüht haben. Auch die alte epik hatte ihre feststehenden formeln, ihre immer wiederkehrenden beiwörter und umschreibungen; während aber hier ein frommer, einfältiger sinn die formelhaften wörter und redewendungen an der richtigen stelle anwandte, wo sie dem hörer als etwas nothwendiges, mit zum ganzen gehörendes erschienen, so spreizt sich in den spielmannsdichtungen das formelwesen in solchem grade, dass wir die angewandten redensarten in vielen fällen als hilfsmittel stümperhafter reimschmiede erkennen, um den vers zu füllen oder einen reim herzustellen. Die mündliche art der überlieferung, wie wir sie bei jenen dichtungen fast durchweg anzunehmen haben, brachte es mit sich, dass sich dem verfasser eines neuen gedichtes bei der einführung gewisser schon öfter benützter situationen oder gewisser immer wiederkehrender personen auch gewisse stehende ausdrücke, beiwörter, vergleiche, reime aufdrängten, die dann zusammen dem gedichte das gepräge der spielmannsdichtung aufdrückten. Bei der beliebtheit, deren sich die ritter- und feenromane erfreuten, war es natürlich, dass ein grosser theil jener formeln auch auf andere dichtungsarten und selbst auf die prosa ihre herrschaft ausdehnte. Chaucer, der in seinem Rhyme of Sir Thopas die ganze art der romanzendichtung nach inhalt und form verspottet, hat trotz aller originalität, die sich in seinen werken kund thut und mit der er seine sprache handhabt, dennoch den dichtungen der verspotteten minstrels mehr zu danken,

als er selbst vielleicht gedacht hat. Noch bei Spenser und Shakespeare, ja noch bei modernen dichtern, vor allen Walter Scott, begegnen wir zahlreichen ausdrücken, welche wir als reminiscenzen aus jenen älteren dichtungen nachweisen können. Es wäre deshalb eine dankenswerthe arbeit, jenen schatz von formelhaften ausdrücken, beiwörtern, vergleichen und reimen aus den romanzen des 13. bis 15. jahrhunderts zu sammeln und zu ordnen. Für die beurtheilung jeder einzelnen dichtung ist es von wichtigkeit, festzustellen, welchen gebrauch der dichter von jenem vorrathe gemacht habe. Als bescheidenen anfang zu dieser arbeit habe ich im folgenden versucht, aus dem Orpheusgedichte diejenigen ausdrücke und reime zusammenzustellen, welche sich nach ihrem öfteren vorkommen in den romanzen und anderen dichtungen jener zeit als mehr oder weniger formelhaft ausweisen. Da zum mindesten die beiden jüngeren handschriften *) unseres gedichtes, wie später nachzuweisen sein wird, auf theilweise mündlicher überlieferung beruhen, so ist es natürlich, dass die auf uns gekommenen fassungen zuweilen stark von einander abweichen, und es spricht für die güte der einen handschrift, wenn sie von jenem flickmaterial nicht so ausgiebigen gebrauch macht, wie die beiden andern fassungen. Chaucer ist bei den folgenden zusammenstellungen weniger berücksichtigt worden, weil er gegenstand einer eignen derartigen untersuchung sein muss; doch hat sein Sir Thopas gerade hier einen besonderen werth, weil wir in ihm als einer satire auf die romanzen eine ganze anzahl jener ausdrücke finden, welche schon durch ihre anwendung in Sir Thopas sich als in unsere zusammenstellung gehörig kennzeichnen. Manche redewendung erscheint so häufig, dass eine aufzählung aller einzelnen stellen, an denen sie vorkommt, nicht thunlich wäre. Vollständig kann die sammlung nicht sein; denn erstens ist das gedicht zu wenig umfangreich kampfschilderungen, die eine reiche ausbeute gewähren würden, fehlen z. b. ganz, zweitens war das literarische material, das mir zur verfügung stand, allzu beschränkt. In der einleitung unseres gedichtes, welche literarhistorischen inhalts ist und dem schlusse entsprechend die entstehung der layes nach Brytain verlegt, erscheint die berufung auf ein *) Ich bezeichne die 3 hss. des gedichtes mit A. H. O. Vgl. p. 22 f.

vorliegendes Buch: We redyn ofte and fynde ywryte As clerkes don us to wyte H 1, as pe boke seys O 1; schon Elene 1255 finden wir: svâ ic on bôcum fand, und fast alle romanzen wiederholen diese berufung in verschiedenen formen: seys be bok Bev. 844, Yw. 9, Cleg. 242, B. Flor. 1957; as pe boc hyt saipe and tellep Chron. Egl. 32; ase pe boke makyp mynde B. Flor. 2168; as olde bokes maken mencioun Chauc. Maunc. T. 2; i fynd in book Alis. 5736, Rich. 6487; as þe boke telleþe Chev. Ass. 7 270, Ant. Arth. (Robs.) I 2; as tellen oure bokes Will. of P. 7; as i fynde in my sawe Rich. 39; yn ryme F rede Octov. 1679; in boke as so we rede Am. a. Am. 448; as we fyndip in oure boke Alis. 6976; in geste as so we rede Am. a. Am. 27 144 2435; as testymonyef þis story Em. 1029; as tellep ous pe storie Chauc. Maunc. T. 24; in stori as hit is founde K. o. Tars 528; as we fynde in owre storye Guy 7392; þe story tellep us soo Erle of Tol. 807; in tale as it is tolde K. of Tars 516; as pe boke of Rome says Egl. 886; so þe Frensche bok us sep. Bev. 4306; þus seyp þe Frenssch tale Launf. 474, Octov. 1705; as þe Frenssch tale teld Lyb. Disc. 2122; so hit is fonde in Frensche tale Bev. 888; in romaunce as we rede Launf. 741, B. Flor. 645 1541; as pe romans tolde B. Flor. 1166; þe romaunse tellyp so Erle of Tol. 1197. Häufig sind versicherungen der wahrheit; in unserm gedichte erscheinen folgende: forsope 12 H; wifouten no 48b A; wipouten le 252 O; wipout lesyng 555 H; iwys 319 H, 304,O; forsope ywys 303 H; y say iwys 237 O. Andere solche betheuerungen sind: wipouten les Am. a. Am. 202 685 727 2243; wipoute fable Bev. 1672 2027 2219; wiþouten fayl Rich. 1321 2005 3203, Am. a. Am. 862, Bev. 2695 4308 4313 4347; sauns fayle Rich. 2475 2573 2816; forsope to say Bev. 585 1639; forsope as F yow telle may Thop. 38. Alle diese versicherungen sind in den meisten fällen nichts als blosses flickmaterial und dienen dazu, den vers zu füllen oder ein reimwort zu gewähren. Anreden an die zuhörer mit der mahnung zur aufmerksamkeit sind häufig. So: Herken lordyngs þat ben trewe And y wol you telle of Sir Orphewe 23 f.; Herknep now bope olde and ȝyng K. of Tars 1; Lordinges herknep to me tale Bev. 1; Herknep hideward lordynges Chron. Egl. 1; Leve lordys y schall

you telle Erle of Tol. 7; Lestenep lordyngs in good entent Thop. 1. Fromme segenswünsche bilden stets den schluss der gedichte; oft wendet sich dabei der dichter an die gnade gottes mit den worten: Amen amen for charyte; so H, Erle of. Tol. 1218, Sq. of 1. deg. 1132. Die freude über das wiedererwachen der natur im frühling nach den trüben tagen des winters, die lust an des feldes blumen und der vögel gesang spiegelt sich wieder in stehenden redensarten. So in den versen, mit welchen O beginnt, ferner 55 ff. 65 ff. 158 244 267 350 f. Wie lebhaft empfunden solche stellen sind, beweist das häufige erscheinen alliterirender formeln. So: everi feld is ful of flours And blosmes breme on everi bouȝ Overal wexep miri anouȝ 58 f. (v. 59 wörtlich = Chauc. Cast. of Love 123); bryȝt as blosme on brere Launfal 934, Greg. (Schulz) 18; briȝt so blosme on bouȝ Greg. 773, Lyb. Disc. 579; blosmes brekep on brere Rel. Ant. I 24 (citirt bei Mätz. Wb. I 303); blosmes bredep on þe bowes Lyr. P., p. 45 (cit. Mätz. Wb. I 303); briȝt braunches and blosmes of blis Hymns to the virgin, p. 3 (cit. Mätz. Wb.); to se þe floures sprede and spring And to here pe foules sing 65 f.; þe foules syngið þan spryngið þe flouris Alis. 6999; þe blostme ginnep springe and sprede Owl a. N. 437; for to here pe fowlys syng Chaste Wife 623; to here fowles merely synge And see feyre flowres sprynge Guy 4263; in May, when lef and gras ginp springe And þe foules merie to singe Bev. 3151; þe briddes synge it is no nay, þe woode dowe upon þe spray Thop. 55 59. Die blumengeschmückte haide findet ihren ausdruck in: frip wip flours 158 244; frypes fayr forestes wip flowrys Em. 29. Der vogel auf dem zweig: brid on ris 303, bryd on bowe Launf. 931. Der wald wird bezeichnet als: holtes hore, der graue wald, 212, Trist. I 35, I 62, Am. a. Am. 507, Percev. 230 257 300 2200; Ant. Arth. 4 55, Avow. Arth. 43, 12. Auch begegnet: hare forest Bev. 95 137 191. (Vgl. Traugemundslied Müllenhoff Scherer Dkm. XLVIII 9, 3: durch waz ist der walt grise? 10, 3 von manegem alter ist der walt grise.) Die schilderung höfischen und ritterlichen lebens bildet einen hauptgegenstand der minstreldichtungen und bewegt sich zum grossen theil in einer reihe von formelhaften ausdrücken. 1

Der könig wird bezeichnet als: rich 25 411 H, 446 HO, noble 25 O, ryall 411 O, riche and heiȝe 324, gentil 461. Häufig ist er king wip croun 233, Gaw. 364, Trist. I 1, I 16, I 24, I 47, I 86; Lyb. Disc. 794 975; Erle of Tol. 897; he pat was kyng and bar þe crowne 233 H, fast wörtlich so: Isumb. 688. Als besitzungen der fürsten werden genannt: castels and tours, Rivers, forestes, frip wip flours 157 f., 243 f. Yowr well yowr land, kastel and towr Yw. 1081; Her fadyr was an emperour Of castell and of ryche towre, Syr Artyus was hys nome; He hadde bobe hallys and bowrys Frypes fayr, forestes wip flowrys Em. 25 ff.; towenes, castelles and towres Kn. of Curt. 37; my castell and my towre Guy 1690 2461. Vgl. auch: zwere beon þi castles and þi toures, þi chaumbres and þi riche halles Deb. of Body a. Soul (Mätz.) 25 f.; boure and halle 239 O; Land of Cock. 53 58. Dem schreiber von O war dies halles and boures so geläufig, dass er nach 157 noch einen vers zufügte: And hys hey haules and boures. Haus, kleidung, krone und rüstung der fürsten werden natürlich als überaus prächtig geschildert, geschmückt mit silber, gold und edelgestein, deren sie gret plente besitzen: it (pe croun) nas of silver no of gold red Ac it was of a precious ston 148 f.; (pe butras) of rede gold yarched riche 360 (was of golde and selver ryche H); al of precious stones 364; precious stones Rich. 3652, Chron. Egl. 624; gold selver and precious stones 364 H, Launf. 68, Alis. 7670, Rich. 3748. Neben red gold wird auch burnist gold genannt 366, Launf. 269, Chauc. Frank. T. 511, Nonne Pr. T. 44. Das gefolge der fürsten besteht meist aus hunderten von rittern und damen: 84 87 97 141 f. 181 199 f. 247 f. 289. Unter den edeln werden dukes princes erles barouns lordes kniȝtes unterschieden, und die aufzählung dieser adelsstände kehrt vielfach variirt häufig wieder: barouns erls lordes of renouns 199 f.; erls and barouns bold 501, Am. a. Am. 98 101 1520, Em. 1028, Launf. 184 496 620; duk erl and baroun Lyb. Disc. 98 948 999, Alis. 1006; erl baroun ne knyȝt Lyb. Disc. 1746; sergaunt and kniht Erl and eke baroun K. of Tars 107; duik erl baroun and kniht K. of Tars 946, Em. 461; erle barown or swayne Em. 384; dukes and erles and barons bolde And knyȝtes and squyers Sq. of 1. deg. 1110; duke erle kniȝth

burgeys baroun Alis. 1387; duyk and prince, eorl and knyȝt Alis. 6654; kyngis, dukis barouns and eorlis, Of prynces knyȝtis freomen and cheorlis Alis. 7810 f. So auch Rich. 140 2762 3887 5849 6719, Am. a. Am. 86 460 1505, Octov. 1443, Trist. I 81, Bev. 2996 3002 3614, Percev. 135, Guy 1503 9921, Hav. 261 273 2183 2194 2465; squier and kniȝt 84 werden oft zusammen genannt, Yw. 2227, Launf. 30 426, Lyb. Disc. 1096, B. Flor. 835, Cleg. 65, Trist. II 48, Bev. 756 1488 3346, Amad. (Robs.) 45. Oft erscheint auch knyȝt and sveyn 84 O, Trist. I 76, Bev. 582 3028, Hav. 371, Sev. Sag. 831 1612, Chron. Egl. 300; squyer knave and swayne Yw. 1549; kniȝt knave and swayn Yw. 2177; kniȝtes serjantes and swiers Yw. 1872. Ehrende attribute des mannes sind: curteys 28; hende 28 H; stalworp 27; hardi 27; gentil 133 O; kene 97 H; bold 501; stout and fers 291, Rich. 6300, Octov. 1597. Sehr häufig ist die zusammenstellung: hende and curteys 28 H, Lyb. Disc. 249, Sq. of 1. deg. 3, Alis. 2951, Rich. 142 1165, Degrev. 893, Bev. 2124 4089, Ipom. 39, Dame Siriz (Mätz.) 119; curteys hende and fre Am. a. Am. 1830; curteys hende and gode Am. a. Am. 51 1638; gentyll knyȝt 133 O, Guy 30, Alis. 3837; Rich. 6514, Ipom. 2098, Am. a. Am. 368 472 559 577 659 665 694, stout and grim 182, Guy 3284, Lyb. Disc. 1376, Rich. 561. Die Epitheta of pris 62 49 247 (of grete, muche, noble pris) of renoun 200, for þe nones 51 sind überaus häufig und werden gebraucht bei männern, frauen, thieren und allerhand dingen, deren vorzüglichkeit bezeichnet werden soll, zumal sie als reimfüller oft höchst willkommen waren. Der steward of halle 203 O erscheint auch Bev. 4125, Am. a. Am. 191, Launf. 622. Auf die bewaffnung und die kleidung beziehen sich ausdrücke wie: wele yarmed al to riȝtes 134 (to his riȝtes 290), Percev. 1139, Guy 2214, Lyb. Disc. 1581, Rich. 3123, Chev. Ass. 283, Lyb. Disc. Msc. N 218 (Engl. stud. I 126); fowe and griis 239, Trist. II 9, II 14 (deutsch: fêh unde grâ); ähnliche ausdrücke sind: vair unde griis Trist. II 24, Guy 2748; grys and gray Lyb. Disc. 839; grys and gro Launf. 237. Kostbare Kleiderstoffe sind: purper-biis 240, Launf. 284, Lyb. Disc. 2071; purpull-palle 240 O, Launf. 943, Lyb. Disc. 870,

K. of Tars 364 763, Guy 391, Sq. of 1. deg. 748; purpre and pal Bödd. Altengl. dicht., p. 245. Vgl. auch Engl. stud. III 103. Der bart wird bezeichnet als blac and rowe 263 457; to his girdel-stede was growe 264; to hys gyrdull hys berde was longe Guy 3553; to his gerdel heng is fax Bev. 2244; his berd was bope gret and rowe Bev. 2333; his heer, his berd was lik safroun, þat to his girdil rauzt adoun Thop. 19. Die verehrung und galanterie, welche jene zeit den frauen entgegentrug, musste natürlich auch in der poesie der minstrels zum ausdrucke kommen; zahlreich sind die beiwörter und redewendungen, durch welche die schönheit und die güte der frauen gepriesen werden. Sie werden genannt: fair 51 69, fair and swete 412, briȝt on ble 453 (br. of ble HO) Erle of Tol. 198 333 357, B. Flor. 757 2070, Launf. 849, Am. a. Am. 2434, Eglam. 33 219 933, Deb. of Body and Soul (Mätz.) 113, Avow. Arth. 62, 15; briȝt on bour Thop. 31, Launf. 629; ful of love and of godenisse 53, Em. 35; wipouten lac 458, (ein ausdruck, der übrigens auch von anderen wesen gebraucht wird, Yw. 1133 von einem manne, Rich. 274 von einem pferde); no man may telle hir fairnise 54, Guy 52. Gern werden sie der rose oder dem vogel auf dem zweige verglichen: gentil and jolif as brid on ris 303; gentil and jolif as brid on bowe Launf. 931; gentil jolif so be jay Blow north. wind (Wülcker, leseb.) 38; þi rode þat was so red 105; har rode was red Launf. 242, Lyb. Disc. Msc. N nach 2118 (Engl. stud. I, p. 159); rose-red was hur rode Alis. (allit. rom.) 178; as þe rose her rode was red Lyb. Disc. 880; as rose on rys her rode was red Launf. 937; wip rode rede as rose on ryse Lyb. Disc. 1244; rode red so blosme on brere K. of Tars 14; þy lyppes þat wer so bryȝt rede 105 O; lyppes red as rose Thop. 15. Den ausdruck gon on bodi and bones 52 weiss ich nicht weiter zu belegen, doch sind ähnliche wendungen überaus häufig, namentlich das flesche and bones, welches Hund O an jener Stelle haben. So: wele made of flesh and bone Em. 735; so feyr levedy of fleysch and bon Chron. Egl. 598; semely of flesh and bone Sq. of 1. deg. 710; ymade of flesche no ban Trist. I 91; well fals of flesch and bon Lyb. Disc. 1691; þou art strong in flesch and bones Rich. 5445; accursyd off flesch and bon Rich. 6270; bop flesch and bon Rich. 6730; a man of blode and bone B. Flor. 14; lesche and

felle B. Flor. 309, Bev. 14 312; flesche felle and boonys Erle of Tol. 1134. Der negative ausdruck zur umschreibung des superlativs: A feyrer lady þan sche was one Was never made off flessch ne bone 51 f. O. erscheint oft: A trewar felawe þen he was oon Was never made of flesche and boon Guy 9039; a fayrer þyng say y never none þat ever was made of flesche and bone Eglam. 913; in al Inglond þer nas non A fairer maiden þan hye was one Lay le Fr. 234; a trewer lover þan ȝe are one Was never fleshe ne bone Sq. of 1. deg. 1085. Das thor des schlosses wird von einem pförtner bewacht, der den einlass heischenden nach seinem begehr fragt: Orfeo knokkep atte gate pe porter was redi þerate 377 f.; þey com to þe castelleȝate pe porter was redy pereat Ipom. 245; forþ awente to be castelgate pe porter amette perate Bev. 2801; When he come at þe castelȝate Four porters he fand þarate Yw 2213; To be castelle .....gone he fare pe portere was redy þare Percev. 2237 ff. Der eintritt in die halle wird so bezeichnet: He went into þe kinges halle 408; He went anon into þe halle Ipom. 467; þe porter went into þe halle Guy 11265; H schreibt: He went forbe into be halle, wörtlich ebenso Bev. 1371 1854; þey went þem forp into an halle Rich. 944. Der gruss an den fürsten oder die fürstin ist meist mit kniefall verbunden: He kneled adoun bifor þe king 416; he fyl on knees and hym grette 412 H; he set hym doun on his kne 509 H; ... sette hym on hys kne Em. 87; þe squyer set hym on hys kne Sq. of 1. deg. 115; and sone he sat hym on his kne Sq. of 1. deg. 315. Oft wird dieser gruss in einem reimpaare mit dem reime sette:grette wiedergegeben: Uppon his knees he hym sette and þe kyng full feyre he grette Ipom. 187; fast dieselben worte wiederholen sich: Ipom. 255 267 903, Hav. 451, Guy 161, Lay le Fr. 47. Die frage nach der persönlichkeit: What man artow 419 erscheint auch Yw. 1341 3655, Guy 7417, Chev. Ass. 230. Die rede geschieht mit wordes bold 137, K. Horn 602, Am. a. Am. 889 1108, Rich. 2407, Lyb. Disc. 1558, Bev. 422, Chauc. Maunc. T. 154. Sonst finden sich auch wordes hende Yw. 1829, Erle of Tol. 229 955, Am. a. Am. 266, Sev. Sag. 3193; wordes mylde Eglam. 607, Octov. 367; wordes free Erle of Tol. 1087 1171; wordes stylle Rich. 177.

Die frage: how may þis ben 100 H wird oft angewandt: Em. 102 789, Yw. 1726, Erle of Tol. 682 748, Rich. 816, Bev. 3063. Vgl. hu mai it sen Gen. Ex. 298 und dazu Zupitza in Ztschr. f. österr. gymn. 1875, pag. 125. Die redensart: ichill be telle al hou it is 130 kehrt wieder: Lyb. Disc. 1482, Em. 903, Sev. Sag. 880, Guy's pilgerfahrt (Ztschr. f. österr. gymn. 1875) 48, 5. Zu einer bitte wird häufig hinzugesetzt: ȝif it þi (ȝour, his) wille were: 222 382 417 452 H, Rich. 1062 3603 5235, Ipom. 679 780, Erle of Tol. 999 1167, Degrev. 1144, Guy 9580 9799, Ant. Arth. 28,13 32,2 48,13. Noch dringender wird die bitte durch das hinzugesetzte: so mot þou þrive 530, Erle of Tol. 75. Eine ähnliche formel wird gebraucht, um eine betheuerung auszudrücken: so mote F pryve Guy 1089 1412, Bev. 3762, Percev. 2016, Eglam. 1071, Degrev. 965, Launf. 705, Sev. Sag. 3663, Ebenso häufig ist das gleichbedeutende: so mot y þe (ae. þeôn gedeihen). Eine starke zurückweisung wird ausgesprochen mit den worten: Do way 224 129 a O. Alis. 7646, Guy 3097 5780 5917 5993; Zup. zu Guy 3097 giebt weitere belege. Eine energische willensmeinung spricht sich aus in: it schal be so 224. Bev. 2236. Der dank für empfangene gaben wird überaus oft durch einen vers wiedergegeben, der auf swipe oder sipe endet; fast immer reimt dann dieses swipe oder sipe auf ein blipe. So hier v. 469 f.: Of hir ichil þatow be blipe He knelyd adoun and þonked him swipe. So: Apelstan of his sonde was blype And þonkede be king of Fraunce swype Chron. Egl. 647. Am beliebtesten ist die fassung, welche H und O bieten: and he hym þanked mony a syp (a hundrep sype O). So: þe king þarof was glad and blipe And þankede him ful mani a sipe Bev. 529 905; þo was Beves glad and blipe And þankede god ful mani a siþe Bev. 3295; Of þat worde sal þai be blyp And þank zow ful many syp Yw. 1091; po was Launfal glad and blype And donkede Gyfre many sype Launf. 586; þe mayde was glad and blype And þonkede god fele sype Lyb. Disc. 649; þe lord was glad and blype And þonked fele sype Lyb. Disc. 1216 1672; And weren glad and blype And þonkede god fele sype Lyb. Disc. 2086; þen was þe soudan glad and blipe Mahoun he ponkede feole sipe K. of Tars 469; po was all Rome gladde

and blyde And þankede god many a syde Octov. 109; þan were þai al glad and blipe And þonked god a pousand sipe Am. a. Am. 1403; þan was sir Amis glad and blipe And þanked him a pousand sipe Am. a. Am. 1438; þe kynge was ben ful blype And þankyd god fele sype Guy 6969; þe lady was glad and blype And þankyd god ofte sype Guy 11587. Dieser eintönigen art, der freude ausdruck zu geben, steht gegenüber eine ganze reihe von wendungen, in welchen uns der helden leid und noth geklagt wird. Die helden klagen wip dreri mode 770, Am. a. Am. 259, Isumbr. 125 186; sie werden wode out of wit 80, Lyb. Disc. 953, Will. of Pal. 36, Bev. 1916; wode and wild 102bO, Yw. 1650. Der gewöhnliche weheruf ist: alas 105 109 118 125 333 336 540 O; in gesteigerter form allas wreche 331 542; owe allas allas 174; out and alas 174 H; alas and wele away Guy 6627; me (him) is wο 329 540 544 O, Trist. I 10, I 71, II 28, Alis. 4472, Alexius (Schipper) 505, Hav. 124, Yw. 2272, Dame Siriz 379; never him was wers for noping 96; Ofte hadde Horn beo wo Ac nevre wurs þan him was po K, Horn 115. Auch lebensüberdruss stellt sich ein: Away þat ich was ybore 544, Guy 204 1145, Bev. 1313 2666, Hav. 1878, Yw. 1645 2062 2102, Em. 773, Sq. of 1. deg. 68, B. Flor. 826, Rich. 6689, Sev. Sag. 1192, Lay le Fr. 95, Theophilus Msc. H (Engl. stud. I) 132, Chauc. Maunc. T. 169; whi nil dep now me slo 330, whi nil min hert breke 336 330 O; hur herte wolde breke in two Guy 822 3984 5608 11218, Alis. 4473, Am. a. Am. 575, Trist. II 68, þe teres fel out of her eiȝe 325, Rich. 3442. Ohnmachten sind bei so lebhaft empfindenden menschen natürlich häufig: (Orfeo) oft swoned opon þe ston 195; adoun he fel aswon to grounde His barouns him toke up in pat stounde 547; anoon he fell aswowe to grounde Launf. 755; besonders in Guy, in dessen 12000 versen beiläufig 20 ohnmachten erwähnt werden. Vgl. When Tyrrye hym sye falle to grounde He toke hym up in þat stounde Guy 8999. Die theilnehmende frage: what ayles pe 100 O kehrt wieder Guy 2985, Dame Siriz 337. Wenn personen plötzlich verschwinden, SO wird dies berichtet mit den worten: men wist never wher sche was bycome 192; пo never he nist whider þai bicome 286; F ne wyst whar he bycome Yw. 438; he nuste whar hi

bicome Thom. Bek. (Mätz.) 2142. Die umschreibung des todes y am of be world went 213 H kehrt wieder Bev. 3833. Die liebe der gatten findet ihren ausdruck, indem sie mit der liebe zum leben verglichen wird: ever ich have yloved pe As mi liif and so pou me 121; among hem lay his owne wyfe pat he loved as his lyfe 403 HO; Lever me were to lete mi liif þan þus to lese be quene mi wiif 175; þe emperour lovyd hys wyfe Also moche os hys own lyfe Erle of Tol. 478; fullely lufed he ever hys whyfe And sho hym as hir owin life Yw. 4011; þe emperour and his wif þat he lovede als his lif Sev. Sag. 270; and had a ȝong jolif wif þat he lovede has his lif Sev. Sag. 2566; þis carpenter hadde weddid newe a wyf which þat he lovede more pan his lyf. Chauc. Mill. T. 36; now hadde þis Phebus in his hous a wyf Which þat he lovede more þan his liif Chauc. Maunc. T. 36. Der reim lag eben zu nahe, als dass er nicht mit freuden angewandt worden wäre; nicht weniger oft erscheinen ja in deutschen spielmannsgedichten ganz entsprechende verse. Die jagd of wude and of rivere K. Horn 230 wird als hauptfreude der ritterlichen welt oft erwähnt; besonders gern wird die falkenbeize am flusse geschildert: ich a faucoun on hond bere And riden on haukin bi o rivere 305; þus shall ȝe ryde On haukyng by þe ryvers syde Sq. of. 1. dgr. 773; τωγρ howndys we wyll chace dere And wyp hawkes to be ryvere Guy 855; he wente to be wode to chace pe dere And after wyp hawkys to be ryvere Guy 2711; he wolde to be ryvere wyp hys hawkys hym to playe Guy 3024; he coupe hunt at wilde deer And ride on haukyng for ryver Thop. 26. Vgl. Ritson III, p. 351 f. Der feierliche aufzug, wie ihn 585 f. schildern: and seppen wip gret processioun þai brouȝt þe quen intą þe toun kehrt oft wieder: and wyp a grete processyowne they brozt Gye to be towne Guy 6963; and brouȝte Beves into þe toun wip a faire prosesioun Bev. 2731; þai cunvayd him out of þe toun wip ful fair processiowne Yw. 3347; he wente into þe toun wip fair processioun Lyb. Disc. 1396; and all pe peple of þe toun wyp a fayr processyoun Lyb. Disc. 2080; wyp joye and processyon þey fett be lady into be towne Erle of Tol. 1139; þe child was brout into þe toun wip a fair processioun Sev. Sag. 1009; þai come oȝaines him out of toun wip a fair processioun Am. a. Am. 1375. Vgl. auch: and how þey brozt hym to be towne Wypowten belle or procescoun B. Flor. 796.

Musik fehlt bei solchen aufzügen ebensowenig wie bei tafel: tabours and trimpes 299; trompours and tabourers 519, Em. 389, Lyb. Disc. 925, Rich. 2887 3430 3750, Octov. 68, Bev. 383, Will. of Pal. 3813, Horn Childe (Rits. III, p. 318) Chev. Ass. 226. Auch die kunst der minstrels pflegt genannt zu werden: al maner menstraci 300, Lyb. Disc. 1427; wip al maner menstraci. Lord þer was grete melody 587 f.; oder in der fassung von O: per was myrp and melody off yche maner mynstralsy; þer was mirße and melody and al maner menstracie Am. a. Am. 103; þer were mynstrels on al manere Guy 7101; every manery mynstralci Lyb. Disc. Msc. N (Engl. Stud. I) 1777; noise and nobill melodi Of divers maners of minstralsy Leg. of pe Holy Rood, p. 76, 501. Das handwaschen vor und nach tisch wird oft erwähnt: þe steward wasched and went to mete 517 HO; whesch and ȝede to mete Lyb. Disc. 99; þey wesh and seten doun to mete Em. 218; þey wysh and wente to her mete Em. 867; þen þey wysche and to mete be gone B. Flor. 1009; (be king) wesche and ȝede to mete Trist. I 50; þan þey wasschyd and went to mete Cleg. 154; (þe lordes) whesshen ageyn aftyr mete Em. 889; (þe lordes) whasche when þai wald rise Trist. I 65. Vgl. Ritson III 257. Zeitbestimmungen: wifouten lett 189 H, Rich. 849 946 1492 4870 4911, Erle of Tol. 805, Bev. 3872; wipout lettyng 135 H, Cleg. 285 447, Ipom. 182; weitere belege giebt Zup. zu Guy 175; an heiȝing 135, Lay le Fr. 214, Trist. III 83, Bev. 527 719 2232 3043 3931. riȝt 83 H 189 O; ful riȝt 83 189; wel riȝt 268; anone ryȝt 268 HO; riȝt anon 497 H; anon 383 497 471 HO 517 O; sone anon 548a O; also blive 140 529 582. Alle diese ausdrücke haben den sinn des deutschen „sofort" und sind wohl an einzelnen stellen nicht ganz überflüssig, in der bei weitem grösseren zahl der fälle aber dienen sie als blosse flickwörter, um einen reim herzustellen; sie kommen eben sämmtlich fast nur im reime vor. So um nur eins von ihnen mit einer anzahl von stellen zu belegen anon im Beves 2586 2591 2595 2679 2775 2800 2838 2888 4038 4057 4247; und in der zusammensetzung anon riȝt: Bev. 2304 2366 2739 2889 3125 3364 3435 3492 3682 3803 3928 3960 4112 4185. Die verse (pe maideus) no durst wip hir no leng abide 82, sche most wip him no lenger abide 328, he nolde not byde 346 H haben zwar an diesen stellen ihre berechtigung, erinnern aber durch ihre form an ähnliche ausdrücke, welche in grosser zahl vorkommen und doch nichts weiter als ein „sofort" bedeuten oder, was meistens der fall ist, nur zur bequemen reimfüllung dienen. So: Bev. 451 1940 3632, Lyb. Disc. 313 819, K. of Tars 206 302, Launf. 459 1011, Rich. 3168, Ipom. 1797, Am. a. Am. 1034 1047 1308 1764 1789 2423, Octov. 823, Hunt. of Hare 228, Guy 11110. Aehnliche ebenso überflüssige redewendungen hat ja auch die deutsche spielmannspoesie aufzuweisen. Der ausdruck: Of kynges þat bifore us were 17 O erinnert an: of þem þat beforne us were Eglam. 5; of eldirs þat byfore us were Isumbr. 5, Cleg. 2, Böddeker Altengl. dicht. geistl. 1. XVII, 121, Avow. Art. I 7. an orchardside 64 Ortsbegriffe, ja selbst ortsnamen werden mit side zusammengesetzt, ohne dass durch das compositum ein besonderer theil des ortes bezeichnet würde: bi (in an o. HO) 132 H; under our orchardside 132; Am. a. Am. 927; by my orchardsyde Launf. 124; in a forestesyde B. Flor. 1523, Alis. 3581; be a forestsyde Lyb. Disc. 9, Trist. III 28 94; under wudeside K. Horn 1024, on pe schipside B. Flor. 1876; under þat chaumbersyde Am. a. Am. 770; be Kardyfesyde Cleg. 87; folk of Yrlandside Trist. I 100. Auch diese composita stehen immer im reime. Zahlbestimmungen. Um eine grosse zahl zu bezeichnen, wird oft zu einer bestimmten zahl ein and mo, and mani тo oder and sumdele mo hinzugefügt. So: 88 141 262 289 O 348, 557 O; so auch pre hundred and mo Degrev. 1156; sexty and mo Bev. 4146; oper mo Bev. 3234. Hav. 787; and sumdele mo 348 H, Chaste Wife 177, Bev. 1906 2009, Hav. 1054 2950, Alis. 6224, Rich. 972, Am. a. Am. 1834, Avow. Arth. 59, 4. albydene 278 a H wird oft angewandt, immer im reime. Belege bei Mätzn. Spp. I 241; everydele 424 H „ganz und gar" dient auch als reimwort: Yw. 1526, Guy 9853, Bev. 890, Harr. of Hell 192. Schon in Gen. Ex. 1062 2010; everich a grot 488 in derselben bedeutung. Mehrere belege bei Mätzn. Spp. I 255. Der ausdruck as he wele can 435 erscheint auch Am. a. Am. 726; as he wele coupe Bev. 830, Lay le Fr. 260, Sev. Sag. 613; as he wele may Yw. 2700. Man erinnert sich des deutschen so he wola konda in dem zweiten merseburger zauberspruch Müllenhoff Scherer Dkm. IV 2, 5.

ȝif he miȝt 376, Guy 7721 11425. Weitere belege giebt Zup. note zu Guy 983; seppen it is so 467, Rich. 1769, Ipom. 179 483 2037; wold ich nold ich 152; wol he null he Alis. 2317; wolde he nolde he Bev. 3263; tide wat bitide 337; byłyde what betyde Thop. 163; what aveniour so betyde 186 O, wörtlich ebenso Trist. III 40. of liif no dep me no reche 340; for of liif heom no rouȝte Alis. 4591; of his lif hem ne rouȝte Bev. 800. Zu der lesart von 340 H: for of my lyfe ȝeve y not a slo stellen sich ausdrücke wie: of me ne is me nouth a slo Hav. 849; of hem ne ȝeve ich nouht a slo Hav. 2051, Am. a. Am. 395; þerof ne ȝaf he nouth a stra Hav. 315 466; by his sar set he noȝt a stra Yw. 2655; þarof ne ȝef he nouȝt a bene Bev. 744; Hauberk ne scheld ne actioun (i. e. actoun) ne vailede him nouȝt worp a botoun Bev. 1003; I nolde have ȝeve a botoun Bev. 1610; I charde not by croyse pe valwe (i. e. value) of a cherry Chev. Ass. 329; þis land nis worp an aye Trist. III 79; he ne ȝaf a note of hise opes Hav. 419; for þy lyff and þy barouns he wyl not ȝeve two skalouns Rich. 6833; al paire pomp noȝt worp a pere Laur. Min. 1, 16. Vgl. auch: Off þe toun ne ȝeve I nouȝt Rich. 1027; Of þe depe ȝeve y noȝt Guy 4459 (mit Zupitza's note). Koch Gramm. II, § 582 giebt weitere beispiele. Gewisse vergleiche werden mit vorliebe angewandt: briȝt as dop at none þe sonne 370 (bryȝt as ony sun H); as briȝt as þe sonne 150 (as any son O); briȝt so sonne on somers day 350 (bryȝt as ony day H) Em. 438; his brides as þe sonne schon Thop. 168; wanne as ony lede (Blei) 106 H; bloo as any ledde Guy 4667; yclongen also a tre 506; lene as a tre Em. 365; gentil and jolif as brid on ris 303; gentyll and jolyf as bryd on bowe Launf. 931; gentyl and jolyf so pe jay Blow north. wind (Wülcker, leseb.) 38; snowe white 143; whyte as snowe Erle of Tol. 199. Besonders beliebt ist der vergleich as white as milke 144, Yw. 819, Bev. 1157, Alis. 1033, Rich. 387 1515, Chron. Egl. 621; whyte as any mylke Guy 390, Yw. 3106, Rich. 68 1032, Ipom. 645, Ant. Arth. 30, 5; Amad. 37, 7; whyte as is a lilyflour Thop. 156. Der versanfang: Up he ros 316 HO, den Chaucer gern anwendet, findet sich auch sonst noch: Alis. 6930, Chaste Wife 382. 2*

Der pleonasmus der ausdrücke: speke wip tong 220 penche in pouȝt 371, yherd wip ere 526, wepe wip eye 589 ist häufig. So: speken wip tunge Hav. 369; telle wyp moup Lyb. Disc. 890; wepte wip eyen Rich. 2865; saw him wip her eiȝe Sq. of 1. deg. 1065, Bev. 2245; sene wip siȝt Trist. II 26 79, III 86, Bev. 3989, Yw. 246, Lyb. Disc. 1359, Erle of Tol. 155. Weitere belege giebt Zupitza zu Guy 367. Ganz entsprechend dem charakter der wenig kunstvollen spielmannsdichtungen ist der ständige gebrauch gewisser reime. Die vorhergehenden seiten enthalten eine anzahl von belegen für reime wie nones : bones 51, tours : flours 177 243, blipe : sipe 469 O, sette: grette 411 H, processioun : toun 585, menstraci: melody 587, wif: lif 175 333 403 483. Andere sehr häufig erscheinende reime sind: gate: þerate 377, Percev. 954, Bev. 1369 1921 2069 2800 '3753 4163 4303, Yw. 671 791 1837 1921 2213 2719 3335 3365 3955, Lyb. Disc. 1489, Sq. of 1. deg. 505, Rich. 4313 6777, Ipom. 1507 1855, Am. a. Am. 1891 2011, Guy 6525; grounde : stounde 547, erscheint im Guy 24 mal: 321 3883 3887 3969 4414 4447 4537 4761 6913 7259 7317 8899 8999 9079 9637 10713 11043 11191 11205 11219 11421 11613 11717 11921; alle: halle 217 407 521 516а HO, 547 O 203 H, Bev. 3157 3375 4125. Avow. Arth. 72, 1. Eine ganze anzahl von flickwörtern, theils zeit- oder ortspartikeln, theils versicherungen der wahrheit des erzählten, dienen zur herstellung des reimes, so: riȝt, ful riȝt, wel riȝt, anon riȝt, riȝt anon, als blive, albidene, wipouten let, wipouten letting, an heiȝing, ywis, ful ywis, forsope ywis, wipouten le, wipouten les, wipouten lesing, wipouten fable, wipouten fayl, sauns fayle, für welche bereits auf den vorhergehenden seiten belege beigebracht worden sind; andere wörter können zwar nicht als flickwörter bezeichnet werden, werden jedoch fast durchweg im reime benützt; so jenes: and mo, and sumdele mo oder more, wie es der reim gerade verlangt; so auch das zum plural hinzugesetzte ichon 159 oder everichon 187, das sich fast durchweg im reime findet: Yw. 1269, B. Flor. 359 1557, Erle of Tol. 176, Sq. of 1. deg. 1021 1121, Kn. of Curt. 330 500, Rich. 813 3538 3709 6790, Ipom. 796 1217, Hav. 1137, Guy 3456, Eglam. 1052, Bev. 617 1014 2543 2776, Amad. (Robs.) 33, 9. Auch jenes he durst not leng abide dient ja nur zur herstellung eines reimes.

Zum besonderen schmuck der rede dient die alliteration, und wie noch die moderne dichterische sprache Englands reich ist an alliterirenden ausdrücken, so finden wir deren auch in unserm gedichte eine ganze anzahl, die ich in alphabetischer ordnung aufführe: blisseful and briȝt 410; blosme breme on everi bouȝ 59; bodi and bones 52; briȝt on ble 453; her crounes her clopes 413; everi feld is ful of flours 158 244; gentil and jolif 303; hard hepe 241; king wip croun 233; lef liif 100; mi lordes love 516; al maner menstraci 300 587; riche robe 79; rode þat was so rede 105; briȝt so sonne on somers day 350; stub nor ston 344 (HO stok and stone); sprede and spring 65; tabours and trimpes 299 519; wepe and wo 193 232; dazu in H: knyzthis kene 97; rote and rynde 258; wele and wo 5; und in O: bussch and brere 274; meke and myld 102a 236b; myrþ and melody 586; wode and wyld 102b. Viele unter diesen ausdrücken kehren in den romantischen gedichten häufig wieder und sind in die vorhergehende zusammenstellung epischer phrasen aufzunehmen gewesen.

III. Die Überlieferung — The Manuscripts and Their Printed Editions

Vom Sir Orfeo kennen wir drei handschriften. Die älteste ist das aus dem ersten viertel des 14. jahrh. stammende Auchinleck-ms., W 4, 1 der Advocates' Library zu Edinburgh, in welchem der Sir Orfeo unter no. 38 auf den spalten 300 al bis 303a1 enthalten ist. Dem Sir Orfeo geht Sir Tristrem voraus. Das blatt, welches den schluss des letzteren und den anfang des ersteren enthielt, ist weggeschnitten. Vorhanden sind noch 566 verse. Dass ein theil fehlt, lässt sich daraus schliessen, dass keine überschrift vorhanden ist, und dass die zeile Orfeo was a king ein absatzzeichen vor sich hat. Auch ist das O viel zu klein für den anfang eines gedichtes. Ich benützte die abschrift des herrn dr. Kölbing. Ueber eine anzahl zweifelhafter stellen hatten herr professor Zupitza und herr bibliothekar Hjaltalin in Edinburgh die güte, mir mittheilungen zu machen, die ich mit dank verwerthet habe. Eine genaue beschreibung und inhaltsangabe dieser berühmten sammelhandschrift gab Walter Scott in der einleitung zur ausgabe des Sir Tristrem. Ich nenne die handschrift A. Die zweite handschrift ist das Ashmolean-ms. no. 61 der Bodleiana zu Oxford, eine papierhandschrift aus dem zweiten viertel des 15. jahrh., etwa 40 cm hoch, 15 cm breit, welche legenden und romanzen enthält. Die seiten der handschrift sind doppelt numerirt, weil nach der ersten numerirung noch eine lage von 8 blättern vorgeheftet worden ist. Unser gedicht steht als no. 38 auf foll. 143 (151) a bis 148 (156)a, trägt die überschrift Kyng Orfew und enthält 603 verse. Ich erhielt das ms. auf einige zeit von der Bodleiana geliehen und folge meiner abschrift. Auch hier gab mir herr professor Zupitza an zweifelhaften stellen auskunft darüber, wie er gelesen hat. Ich nenne die handschrift O.

i Die dritte handschrift ist das Harleian-ms. no. 3810 im British Museum, eine papierhandschrift aus der zweiten hälfte

des 15. jahrh. in, Schillerformat. Unser gedicht steht auf foll. 1 a bis 10a, trägt die überschrift Sir Orpheo und enthält 509 verse. Herr professor Zupitza überliess mir seine abschrift des gedichtes zur benutzung. Ich bezeichne die handschrift mit H. Alle drei handschriften liegen gedruckt vor. Zuerst wurde H gedruckt in den „Ancient English Metrical Romanceës selected and publish'd by Joseph Ritson. London 1802", vol. II p. 248-269 (noten in III, 333-336). Ritson giebt das zeichen für þ durch th wieder; 3, wenn vor vokalen stehend, ändert er in y, vort oder im auslaut löst er es mit gh auf. Die abkürzungen sind aufgelöst, das präfix y, welches die hs. von seinem worte trennt, ist mit demselben verbunden. In der behandlung der schwänze an den auslautenden mnrist Ritson inconsequent, indem er dieselben theils durch e wiedergiebt, theils unberücksichtigt lässt. Einzelne verbesserungen von fehlern der handschrift hat R. in den noten angegeben. In dem Ritson'schen text sind folgende ungenauigkeiten zu verzeichnen (ich citire hier nach Ritson's zählung): Hs. R. H.s. R. 13 ywryte ywrytt 177 morowe morewe 16 brytoūs Brytons 190 sche scho 35 harp e 8 harpoure 191 þe ther 38 pson þereon 196 no no 41 world werld 199 toged togeder 42 eus onus 205 woman woman 44 schulde shulde 211 chose chese 47 Orassens Crassens 213 sorowe sorewe 48 woman woman 225 can gan 57 schours schouris 233 nouȝt naught 58 flours - flouris 262 gobe gethe 69 fayr feyr 263 alle all 82 no non 276 grete gret 89 þer wer they wer 280 hym him came come 295 foude fonde 100 ben be 296 cormarant cormerant 106 wane wan 305 came come 107 fyngrys 153 hy fyngris 308 owe owe him lyf 328 lyfe 156 ydyȝt ydight 333 can ryde ryde 157 tours touris 336 sū sume

Hs. R. Hs. R. 344 schone schene 436 syp sythe 347 an on 437 hende honde 372 wal wall 465 pore por 380 joy joye 471 wet wente 397 seyde trow sayde trowe 473 wet wente 409 harpyng harpeng 481 knowe knewe 411 mistrel mynstrel 497 ende ennde 431 seyde sayde 503 aft warde afterwarde. O wurde gedruckt in J. O. Halliwell's „Illustrations of the Fairy Mythology of a Midsummer Night's Dream'. London 1845", pag. 36 ff. Ungefähr 140 vv. des gedichtes sind in Halliwell's Dictionary of Archaic and Provincial Words citirt. Auch von Hall. ist das zeichen für þ, welches in der hs. mit y identisch ist, mit th wiedergegeben; 3 ist beibehalten, die abkürzungen sind aufgelöst; das zeichen ff giebt Hall. am anfange der zeilen mit f, sonst mit ff wieder. Auch Hall. ist in der behandlung der schwänze an mnrund des gestrichenen 11 nicht consequent und fügt sogar das e an stellen hinzu, wo die hs. den schwanz ausnahmsweise nicht aufweist. Einzelne emendationen sind durch eckige klammern bezeichnet. Folgende abweichungen des Halliwell'schen textes von der hs. sind zu verzeichnen (ich citire hier nach Hall.): Hs. Hall. Hs. Hall. 10 som (ohne some 410 no noe schwanz) 466 pourow gace thourow : 53 Than Then Godes 111 dedyd wedyd (ohne grace note) (o. note) 155 vponė upon 472 reste rest 163 sted stede 557 lond land 171 torn (ohne torne 577 ous ever schw.) 580 schaue schove 189 ichon (ohne ichone 582 processyon processyone schw.) (o. schw.) 251 bad had 590 bretayn (o. Bretayne 284 leng lenger schw.) 389 Then Than 591 avento his aventor 393 hys 597 gante graunte.

A wurde veröffentlicht in der nur in wenigen exemplaren gedruckten sammlung D. Laing's „A Pennyworth of Witte, Florice and Blauncheflour and other pieces of Ancient English Poetry selected from the Auchinleck manuscript. Edinburgh for the Abbotsford-Club 1857", pag. 13 ff. Ich habe diesen druck nicht in händen gehabt. W. Scott citirt aus A eine anzahl von versen in der Einleitung zu der ballade vom „Young Tamlane" in „Minstrelsy of the Scottish Border" II, 138 ff. und zwar: 29-32, 141-150, 179-192, 239-258, 263-272, 279-340, 345 — 372, 385 - 414, jedoch nicht ohne manche fehler. Die verse 385-402 wiederholte Scott in seinen noten zur „Lady of the Lake" note 3 E. Auch T. Keightley citirt in seiner Mythology of Fairies and Elfes einige stellen aus unserer hs., ebenfalls mit fehlern. Die sorgfältige vergleichung dieser drei hss. liefert den beweis für folgende behauptungen: 1) H und O bilden eine besondere gruppe gegenüber A; 2) H ist nicht quelle von O; . 3) O ist nicht quelle von H; also 4) H und O gehen auf eine gemeinsame quelle y zurück, aus welcher A nicht stammt, und 5) weder A noch y sind das original. Bezeichnen wir also das original mit x, so lässt sich das verhältniss der drei hss. durch folgenden stammbaum darstellen: A (x) (y) H O 1) H und O bilden eine besondere gruppe gegenüber A. Vv. 33-46 sind in HO enthalten, während sie in A fehlen; sie enthalten im anschluss an die darstellung der persönlichkeit und abstammung des helden (25-32), eine schilderung dessen, was an Orfeo eben das interessanteste ist, seines harfenspieles, und wir müssen deshalb die verse als echt ansehen, zumal ohne dieselben v. 229 ohne beziehung auf vorangegangenes dastehen

würde. Ferner haben HO noch zwei verspaare gemein, die in A fehlen: 466ab und 516ab. Das erste verspaar (in der fassung von H): giebt eine recht genden rede des pou sayst sop seyde be king þan Forsobe pou art a trewe man wohl passende einleitung zu der darauf folfeenkönigs, und auch das letztere: Anone þey went into be halle þe steward and be lordys all ist nach dem gespräch des stewards mit Orfeo, welches auf der strasse stattfindet (507), der situation ganz angemessen. Doch lag an keiner dieser beiden stellen ein zwingender grund vor, die verse in die hs. A einzusetzen. Dass die einleitung, welche HO aufweisen, in A fehlt, hat seine äussere ursache darin, dass der anfang von A weggeschnitten ist, vgl. o. p. 22. Jenen mehrversen in HO stehen verse gegenüber, welche in A enthalten sind, in HO dagegen fehlen. Nach v. 48 hat A ein reimpaar: For Winchester was cleped po Traciens wipouten no, welches darauf ausgeht, die erzählung in England spielen zu lassen, ein bestreben, welches in A auch sonst zu tage tritt: 26 476. Die beiden verse waren also als zusatz von A zu tilgen. Die schilderung des feenpalastes 353 ff. schliesst in A mit einem reimpaar: Bi al þing him þink þat it is be proude court of paradis, welches in HO fehlt und in der that auch entbehrlich ist, zumal die vorhergehenden verse: No man may telle nor þenche in þouȝt be riche werk þat þer was wrouȝt einen passenden abschluss der phantastischen schilderung bilden. Auch das in HO fehlende reimpaar 589 f.: For joie þai wepe wiß her eiȝe þat hem so sounde icomen seize sieht fast wie ein späterer zusatz aus; doch glaubte ich im sinne conservativer kritik die immerhin nicht sinnlosen verse im texte lassen zu müssen.

Die beiden übrigen H und O gemeinsamen lücken fallen A gegenüber nicht ins gewicht, da offenbar das recht auf der seite von A ist: Die aufzählung der ins feenreich entrückten menschen 389 ff. fehlt in H ganz und ist in O nur mit mühe und noth zu stande gebracht worden; O lässt verse aus: 392 398 401-402, bildet einen dreireim 393-395, erdenkt sich flickverse, 396 f.: So he saw þem stonding þer þen saw he men and women in fere und stammelt ungeschickt 401: He saw he þem saw on every syde. Hier war wohl schon die quelle von H und O stark getrübt ; A dagegen giebt eine wohlgeordnete schilderung. Das verspaar 479 f.: No forßer þan þe tounes ende For knoweleche ne durst wende fehlt in HO, ist jedoch für den zusammenhang nöthig und als echt zu betrachten. Für die zusammengehörigkeit von H und O gegenüber A sprechen ferner folgende gemeinsame abweichungen: HO stellen die beiden verse eines reimpaares um: 515 f. 535 f.; sie stellen die reimworte allein um: 211 f. 521 f.; sie ändern den reim: 471 509, ohne jedoch untereinander übereinzustimmen; sie ändern das eine reimwort: 103 146 470 492 498 532. In HO kniet Orfeo vor dem steward nieder 509, während A nichts davon sagt; das waschen vor tische wird nur in HO erwähnt 517; A lässt den könig, bevor er in die stadt hinein geht, des bettlers kleider borgen, ein zug, der in HO fehlt und vielleicht zusatz von A ist, zumal Orfeo nach zehnjährigem aufenthalte in der wildniss nicht zu befürchten brauchte, an seiner kleidung (sclavine 226) erkannt zu werden. HO gemeinsam ist ferner das awey wold 85 gegen awede wold in A; vorher ist nur von dem rasen und schreien der königin die rede, nicht von ihrer absicht, fortzugehen, und wir dürfen hier das recht auf der seite von A vermuthen. 2) H ist nicht quelle von O. In H fehlt eine anzahl von versen, welche A und O aufweisen: vv. 86 165 f. 204 f. 239 f. 245 - 248 291-294 310 389-402 409 f. 437-440 443 f. 481 f. 499-506 519 f. 525 f. 537 f. 543-550 553 f. 557-560 563-580 583 f. 587-592 595-600.

H sinkt also in der zweiten hälfte, besonders gegen das ende hin, zur reinen inhaltsangabe herab, während sie in der ersten hälfte meist mit A zusammengeht. H macht ferner zusätze, die sich sofort als solche kennzeichnen, sich aber, abgesehen von den 4 schlussversen, nur auf 4 vv. beschränken: nach v. 88 muss H, um den vergessenen v. 86 zu ersetzen, einen flickvers einschieben: To fet her lady þey pouȝt to do, ebenso muss H nach 312 für den fehlenden v. 310 den aus Degrev. 722 hergenommenen vers: einsetzen. As he stode under a bowe Nach v. 278 wird das nichtbleibenwollen der thiere, welches bereits in 278 geschildert ist, noch illustrirt durch das reimpaar: 1 Bot went hem albydene And lete hym alone per bene. H verschiebt ferner reimpaare: v. 7 f. hinter v. 10, 243 f. und 249 f. hinter v. 262; H stellt die beiden verse eines reimpaares um: 235 f. 269 f. 321 f. 561 f., stellt die beiden reimworte um: 257 f. 367 f. und 407 f., wo O fehlt, ändert den reim selbstständig: 79 85 93 189 203 259 301 309 339 533 571 und in 2 stellen, wo O fehlt: 297 365, ändert endlich nur das eine reimwort: 27 78 97 100 102 106 156 193 213 229 255 284 296 303 319 362 379 414 473 490 542 555. 3) O ist nicht quelle von H. In O fehlen gegen A und H folgende vv.: 26-33 57 f. 65 f. 95 f. 121 f. 175 f. 297 f. 365-376 392 398 401 f. 407 f. und v. 17-22, wo A fehlt, wo aber die lesung von H gestützt wird durch die entsprechende stelle im Lay le Freine. O macht ferner zusätze; ausser 6 versen am schluss betragen sie 39 vv. Am anfang wird in 6 vv. eine frühlingsschilderung geliefert, welche jedoch weder mit der erzählung noch mit der einleitung des gedichtes etwas zu schaffen hat, aber an ähnliche eingänge romantischer dichtungen erinnert. Nach v. 102 wird in 2 vv. eine müssige ausführung des criest in 102 gegeben. Nach v. 118 wankt dem überlieferer offenbar das gedächtniss, und er muss sich mit einigen flickversen zu helfen suchen; in A und H ist alles in bester ordnung.

Vv. 129 f. führt O dasjenige, was A und Hin einem reimpaare sagen, in 4 versen aus, muss jedoch, um den reim zu füllen, den elenden flickvers einsetzen: And forsop i wyll not mysse. Nach 132 lässt O die königin in 8 vv. das uns bereits aus vv. 69-76 bekannte wiederholen und lenkt dann in den weiteren verlauf der erzählung wieder ein mit dem verse: For i saw a sembly syȝt der nun als dritter reimvers zu dem folgenden reimpaare tritt. Nach v. 157 fügt O dem reimpaare einen dritten reimvers hinzu; der überlieferer kann es sich nicht versagen, die ihm aus ähnlichen schilderungen wohlbekannten halles and boures anzubringen. Nach v. 178 lässt O den könig in 2 vv. seine früheren klagen wiederholen.. Nach v. 188 giebt die erwähnung der ritterschaar in v. 181 dem überlieferer anlass zu einer extravaganz; er setzt 2 vv. ein: þan þei gon batell to make And sched blod for hys quenys sake; hier geradezu unsinnig, da von schlacht und blutvergiessen nicht die rede ist. Vv. 237 f. sind dem überlieferer ganz entschwunden, doch scheint er die lücke zu fühlen und hilft sich mit dem nach inhalt und form schlechten reimpaar: So fer he went i sey iwys þat he wyst not wher he was. Nach 268 werden 2 vv. eingeschoben, welche der schilderung des harfenspiels des Orfeo als einleitung dienen. Nach 272 in einem reimpaar müssige wiederholung des in den vorhergehenden versen gesagten. Nach 354 wird ein überflüssiger vers eingeschoben, überdies ohne reim. Nach 414 werden 2 vv. eingefügt: A hundryp knyȝhtes in present To do pe kynges commandment, von denen der zweite überaus häufig in romanzen erscheint; vgl. Launf. 530, King of Tars 35 907, Emare 629, Sq. of 1. deg. 1100, Octov. 1322, Rich. 876 2105. Im übrigen ist hier von rittern keine rede.

Nach 474 werden 2 vv. eingefügt, welche durch v. 474 als ganz überflüssig gekennzeichnet werden und nach dem muster von 235 f. gebildet sind. Fast wörtlich dieselben verse, wie sie O bietet, lesen wir im Lay le Freine 141 f. Der inhalt von 547 f. wird in O in 4 vv. auseinandergezogen. Nach 536 werden 2 vv. eingeschoben, welche genau dasselbe sagen, wie das vorhergehende reimpaar. Alle diese zusätze sind also nicht geeignet, das urtheil Halliwell's (einleitung zum abdruck der hs.): O sei „in many respects superior to it (scil. A) zu rechtfertigen. Der überlieferer von O ist ein schwätzer, der obendrein die reimkunst herzlich schlecht versteht. O verschiebt ferner folgende reimpaare: 207-212 hinter 216;243-246 hinter 250; 261 f. hinter 264; 273 f. hinter 278; 331 f. hinter 336; 437-440 hinter 444 (H fehlt); O stellt die verse eines reimpaares um: 97 185 343 351 587 f. (H fehlt), vertauscht die reimworte allein: 87 385, ändert den reim: 39 77 83 139 161 181 225 231 237 256 265 271 277 309 317 405 473 487 547 571 601 und in 4 stellen, wo H fehlt: 239 293 481 543, ändert nur ein reimwort: 56 91 113 120 156 160 166 196 252 260 288 319 330 348 362 409 528 534 540, dazu an folgenden stellen, wo H fehlt: 246 503 520 546 557 584 591 599. Als resultat dieser untersuchung ergiebt sich demnach folgendes: H und O sind von einander unabhängig und führen auf eine gemeinsame quelle zurück, welche der handschrift A nicht fern steht und an einzelnen stellen sogar die bessere lesung zu bieten scheint; doch haben sowohl A wie die den beiden papierhandschriften zu grunde liegende quelle bereits abweichungen vom original. Die bisher besprochenen abweichungen sind jedoch nicht die einzigen, welche zwischen den uns vorliegenden hss. bestehen. Ein blick in die varianten des textes zeigt, in wie grosser verschiedenheit die drei hss. uns das gedicht überliefert haben. So umfangreiche veränderungen des textes werden sich abschreiber kaum erlaubt haben; vielmehr werden wir auch bei unserm gedichte die annahme als unterstützt ansehen können, dass die uns überlieferten fassungen der englischen romanzen und im romantischen gewande einherschreitenden legenden zum grossen theile auf mündlicher überlieferung beruhen, und dass die uns vorliegenden hss. solcher gedichte meist textbücher von spielleuten

sind oder aus solchen stammen. Je länger der weg war, den ein gedicht von mund zu mund überliefert wanderte, je verschiedner die gegenden, durch die es getragen wurde, ehe es zu der aufzeichnung gelangte, die vor uns liegt, desto stärker werden natürlich die abweichungen von dem originale sein. Dass dabei die individuellen eigenthümlichkeiten der überlieferer zur darstellung gelangen, ist natürlich, und so finden wir bearbeitungen, welche in weitschweifiger breite ausmalen wie O, andere tragen fernliegende anschauungen und begriffe in die erzählung hinein wie A (26 48ab 476) und O 188ab; andere lassen sich durch das vielleicht augenblickliche bedürfniss der abkürzung leiten wie H. Wo das gedächtniss nicht stark genug war, um den überlieferten wortlaut festzuhalten, wurden versuche gemacht, durch allerlei flickwerk zu helfen, und hierbei brachte natürlich die verschiedene geschicklichkeit im erfinden und reimen auch verschiedene fassungen hervor. Ein wirklicher hörfehler scheint vorzuliegen, wenn H 406 für das clopes ein glowes schreibt und die königin Heurodis also mit handschuhen bekleidet sein lässt; sicher auf hörfehler zurückzuführen ist das Meroudys, wie O die königin nennt 50 320 591, es hat stets vor sich dame, und dame Herodis oder dame Erodys konnte leicht als dame Meroudys verstanden werden. Auch das wip pem ete (Ms. pe ete) für wip þe mete 395 scheint hörfehler zu sein. Vielleicht ist jenes awey wold, welches HO in v. 85 gegen awede wold in A lesen, bereits in der gemeinsamen quelle von H und O durch verhören entstanden, zumal das verbum awede dem munde des volkes wohl nicht mehr geläufig war. A bietet solche hörfehler nicht; die zusätze und die lücken, welche sie aufweist, ebenso die wenigen fälle, wo ihr ausdruck dem in HO gebotenen an güte nachzustehen scheint, können auch durch den abschreiber hervorgerufen sein. Ein wichtiges hülfsmittel des gedächtnisses, aber auch zugleich einen damm gegen allzuweitgehende veränderungen bildete der reim, den wir bei aller verschiedenheit im innern der verse doch meist gewahrt finden, wenngleich, wie wir oben gesehen haben, auch häufig genug änderungen des reimes auftreten. Im innern der verse jedoch wurde frei mit dem ausdrucke geschaltet, und wenn wir auch von den verschiedenheiten der orthographie und der grammatischen formen, welche ja in jenen zeiten allgemein gültigen regeln sich noch nicht fügen wollten,

absehen, so sind es doch nur wenige verse, welche in allen drei hss. oder, wo die eine fehlt, in den beiden übrigen wörtlich gleich lauten: 118 169 206 378 449 463 516 531, ferner 58 wo O, und 560 566 583 wo H fehlt; also unter etwa 600 versen nur 12, welche in den hss. wörtlich übereinstimmen. Häufiger dagegen sind die fälle, wo zwei hss. denselben wortlaut haben. Hund O lauten wörtlich gleich: 145 147 148 325 409 419 431 433 457 462 465 514; A und H: 61 70 71 77 84 101 104 105 112 116 124 126 131 133 140 153 171 220 225 281 323 331 333 336 363 377 384 420 468 487 594; A und O: 60 79 109 130 170 173 197 207 241 257 273 276 296 307 314 320 324 349 383 421 447 485 508 511 531 541 593. Auffallend ist hier das ergebniss, dass die verwandten hss. Hund O weit seltener mit einander übereinstimmen, als jede von ihnen mit A, und wir erhalten damit einen neuen beleg für die vortrefflichkeit von A, sowie dafür, dass Hund O von einander unabhängig sind. Die abweichungen sind überaus verschiedener art. So finden wir umstellung von worten: 107 158 214 221 224 420 469, wechsel zwischen artikel und fürwort oder zufügung derselben 147 157 254 375 454 435, wechsel der tempora 243 251 267 268 271 371 450, verschiedenen gebrauch der negationen: 138 148 170 223 286 352 422, wechsel der präpositionen: 83 89 91 137 155 291 310 347 453, der ausdruck wird erweitert: 66 92 102 425 432 oder gekürzt: 108 207 457, epitheta werden geändert: 69 307 354 410 436 456 459 461 525; zahlenangaben schwanken meistens: 88 133 141 142 181 289 348, aufzählungen von personen und dingen ebenso: 84 157 199 f. 236 f. 243 f. 258 299 308 519 f., schilderungen lauten verschieden: 56 283 355 ff., füllwörter werden mannigfach variirt: 83 116 150 156 180 226 252 268 285 303 304 428 435 490 576, satzverbindungen werden verändert: 70 72 75 86 107 112 135 183 188; überaus häufig ist natürlich der wechsel synonymer ausdrücke: 51 55 71 76 80 83 86 87 95 96 104 105 etc. etc. Wiederum ergiebt die vergleichung der hss. das resultat, dass die beiden papierhss. in weit weniger fällen miteinander gehen, als jede von ihnen mit A; A bietet eben das richtige,

während in H und O die ursprüngliche fassung durch allerlei zuthaten und änderungen getrübt erscheint. Besonders in die wagschale fallen verse wie 135, wo A das original bietet: And bad me comen an heiȝing, während H nur die erste hälfte, O nur die zweite hälfte des verses unverändert erhalten hat: And bade me come wißout lettyng H, And bad i schuld upon hyȝeng O. Je länger eine dichtung im munde mittelmässiger reimkünstler überliefert wurde, ehe sie zur aufzeichnung kam, desto stärker wird natürlich auch der gebrauch der üblichen flickwörter sein, und so finden wir dieselben in Hund O in ausgedehntem masse; A dagegen ist, da das Auchinleck-ms. aus dem ersten viertel des 14. jahrh. stammt, nur etwa 20-30 jahre jünger als das original und bringt das flickwerk nur in geringem masse zur anwendung; sicherlich ist auch das original, welches ja nicht von einem dichter ersten ranges verfasst wurde, nicht frei davon gewesen. In dem eingeschobenen reimpaar 48ab sehen wir sofort das viel verwandte reimflickwort: wifouten no auftreten. Unter den fällen jedoch, wo HO gegen A zusammengehen, giebt es viele der art, dass wir nicht im stande sein werden, zu entscheiden, welche lesart das ursprüngliche bietet. V. - - - Wo liegt z. b. das recht, wenn sich gegenüberstehen: 52 bodi and bones in A 55 Bifel so in A 103 white ycore in A 119 seppen first in A 123 delen in A 147 on hed in A 149 a precious ston in A - 177 at ich man in A - 199 cleped togider in A 208 fairest in A 222 praid in A 251 had yhad plente in A - 267 And in A gegen Aessche and bonys in HO, - Hit byfel in HO, white biforn in HO, sep in HO, part in HO, on his hede in HO, precious stone in HO, of many a man in HO, sende after in HO, best in HO, besouȝt in HO, had grete plente in HO, fehlt in HO, fehlt in HO, 268 to him wel riȝt in A gegen anone ryȝt in HO, - 271 þat alle in A v. 290 Ích yarmed in A 313 fair game in A 325 out of her eiȝe in A 356 as cristal in A und so in vielen anderen fällen? gegen wele armyd in HO, gode game in HO, by h. e. in HO, as dop þe cristal in HO, Aesthetische rücksichten dürfen nicht immer gelten, da es in den meist von spielleuten herrührenden gedichten häufig genug vorkommen mochte, dass ein unschöner ausdruck des originals von einem geschickten minstrel durch eine gefälligere wendung ersetzt wurde; der versbau ist selbst an unzweifelhaft echten stellen nicht so regelrecht, dass wir in anderen zweifelhaften fällen immer den besser gebauten vers auch für die ursprüngliche fassung anzusehen berechtigt wären. Sicheren grund hat die kritik, wo bei einer bearbeitung eines fremden stoffes das fremdländische original vorliegt; doch fehlt dieser grund bei unserem gedichte ganz, und auch die vergleichung der französischen bearbeitungen der Orpheussagé würde keine frucht tragen wegen der weitabliegenden art der auffassung, welche unser gedicht oder sein original, wie später gezeigt werden soll, dem antiken mythus hat angedeihen lassen. - das Der versuch, in der orthographie und in den grammatischen formen gleichmässigkeit herzustellen, ist zurückzuweisen, da eine genaue untersuchung der mittelenglischen reime noch aussteht, und wohl in England anders als in Deutschland streben nach einer mustergültigen schriftsprache erst sehr spät, sicherlich noch nicht im anfange des 14. jahrh., eingang gefunden hatte; finden wir doch fast in jedem denkmal verschiedene bildungen und schreibungen einer und derselben form; man vergleiche z. b. die mannigfachen gestalten, in welchen das pf. von se auftritt. Aus den reimen eines gedichtes wird man ja mit annähernder gewissheit zu schliessen im stande sein, welchem der drei mittelenglischen hauptdialekte, dem des nordens, des mittellandes oder des südens das original angehört habe, und man wird auch wohl einen normalisirten dialekt herstellen können. So sind ja wahrscheinlich in einer gegend, in welcher der sing. likep mit dem pl. strikep (259), frute: lute (adv. AE. lyt) 255, wones : stones gereimt wurde, nicht die participia liggeand 386 und kneland 248 gebraucht worden, wahrscheinlich auch nicht manche wörter nordischen ursprungs, welche wir in den hss. lesen; aber wir sind noch allzuwenig über die grenzen unterrichtet,

über welche hinaus gewisse laute und formen der dialekte nicht mehr gebraucht wurden, als dass versuche textkritischer art, wie sie für das mittelhochdeutsche so grosse erfolge zu verzeichnen gehabt haben, durchweg anspruch auf glaubwürdigkeit machen könnten; doch soll damit nicht gesagt werden, dass der englischen philologie nicht bei genauer kenntniss der verschiedenen dialekte in den verschiedenen zeitperioden das zu erreichen möglich wäre, was die deutsche philologie bereits erreicht hat. Ich habe es nach diesen überlegungen nicht gewagt, den versuch einer durchweg kritischen bearbeitung unseres textes vorzulegen und habe mich darauf beschränkt, die hs. A, welche sich, wie wir gesehen haben, in den meisten fällen als vortrefflich erweist, wiederzugeben und aus ihr nur einen augenfälligen zusatz (48ab) und eine ebensolche veränderung (476) zu entfernen und offenbare schreibfehler (299 525 548) zu verbessern. Die varianten von H und O sind unter dem texte gegeben. Den fehlenden anfang der hs. A und die durch den zusammenhang nachgewiesene lücke nach v. 32 habe ich nach H ergänzt; das kunststück, die verse von H in die schreibart von A umzusetzen, habe ich nicht versuchen mögen. Einige kritische bemerkungen habe ich in die anmerkungen verwiesen. Was die wiedergabe der hss. anlangt, so habe ich in A die namen einschliesslich des monatsnamens May und die versanfänge mit grossen anfangsbuchstaben wiedergegeben, ebenso am anfang der rede grosse buchstaben angewandt; der öfters mit dem substantiv zusammengeschriebene artikel wurde von jenem getrennt, ebenso die präposition von ihrem substantiv und ich von folgendem am; dagegen wurden composita, die oft getrennt geschrieben sind, verbunden, auch das präfix y- wurde mit seinem worte zusammengeschrieben; u vor vocal wurde mit v, v vor consonant mit u wiedergegeben; die abkürzungen wurden aufgelöst eusi = everi, gseyl=conssyl, das gestrichenep wurde durch pro wiedergegeben; der strich über dem vocal durch m oder n, welches er vertritt, ersetzt, das bekannte zeichen für and 2 durch das wort wiedergegeben. Doch sind die auflösungen durch cursivschrift hervorgehoben. Bei der interpunction habe ich mich von dem deutschen gebrauche leiten lassen. 3*

In den varianten der beiden papierhss. sind diejenigen fälle nicht besonders bezeichnet worden, in welchen y für i steht oder wo das kurze e der endung durch y vertreten wird; th und p sind in O neben einander verwandt, ich habe durchgeführt. ō 300 - Die abkürzungen sind die in hss. des 15. jahrh. üblichen: on, þt = þat, ps = pis, þи = Бoи, 9 = þus, þs = þer, ȝour, das gestrichene p par, per oder pro u. a.; pi wird in O als pron. pers. d. 3. p. pl. und als pron. poss. d. 2. p. sg. verwandt; im ersten falle habe ich pey, im zweiten þy geschrieben; they erscheint ausgeschrieben 23 221 272 274 326; thy 103. Die schwänze an den auslautenden gmnr habe ich un- . berücksichtigt gelassen; die wenigen fälle, wo die schwänze fehlen, sind bezeichnet. Anderer art sind diejenigen schwänze, welche an dg mt gesetzt er bedeuten: unds = under, leng = lenger, cham chamer, aft = after; wt habe ich mit wiß wiedergegeben, da die bedeutung des übergeschriebenen t als p gesichert wird durch die schreibung growt H 256 für den pl. praes. growp. Anlautendes ff, welches O im versanfange verwendet (im innern des verses nur 56 344), ist F. Die bekannte, einem unter die zeile verlängerten e ähnelnde schleife, welche in O häufig am wortende erscheint, hat neben der gewöhnlichen bedeutung es auch die von ys; vgl. parade : is 45, Meroude : price 61: wyse 320: iwys 592; ich habe deshalb im gegensatze zu Halliwell, welcher lades schreibt, überall ladys durchgeführt, wie es auch ausgeschrieben erscheint 71 88; ebenso habe ich bodys geschrieben 391.


Text — Sir Orfeo

Zielke's critical text, printed from the Auchinleck manuscript (A) with
its lacunae filled from the Harley (H) and Ashmole (O) manuscripts, and the
line-by-line record of H's and O's variant readings as he gave it beneath
the verse.

We redyn ofte and fynde ywryte,
As clerkes don us to wyte,
þe layes þat ben of harpyng
Ben yfounde of frely ping.
5 Sum ben of wele and sum of wo,
And sum of joy and merbe also,
Sum of trechery and sum of gyle,
And sum of happes, þat fallen by whyle,
Sum of bourdys and sum of rybaudry,
10 And sum þer ben of þe feyre.
Off alle þing þat men may se,
Moost o lowe forsope þey be.
O beginnt: Mery tyme is in Aperelle - þat mekyll schewys of manys wylle
In feldys and medewys flowys spryng In grovys and wodys
foules syng
þan wex ȝong men jolyffe - And pan prevyß man and wyffe.
1-24 fehlt A.
1-4: þe Brytans as þe boke seys
Som þey made of herpynges
Off diverse pinges þey made per leys
And som of oßer diverse pinges. O.
5 Sum ben] Som O (so immer). wele] werre O.
6 And] fehlt O. myrþys and joy O.
7 f. folgen in H hinter 10.
8 And] fehlt O. felle O. by] som O.
9 And som be of r. O.
10 sum] many O. off fary O.
11 Off all þe venturrys men here ore se O.
12 to lowe H. off luffe O.

In Brytain þis layes arne ywryte,
Furst yfounde and forpe ygete,
15 Of aventures þat fillen by dayes
Wherof Brytouns made her layes,
When þey myght owher heryn
Of aventures þat þer weryn,
þey toke her harpys wip game,
20 Maden layes and ȝaf it name.
Of aventures, þat han befalle,
Y can sum telle, but nought alls
Herken, lordyngs, þat ben trewe,
And y wol ȝou telle of sir Orphewe.
25 Orfeo was a king,
In his time an heiȝe lording,
A stalworp man and hardi bo,
Large, curteys he was also.
His fader was comen of king Pluto
30 And his moder of king Juno,
pat sum time were as godes yhold
For aventours, þat þai dede and told.
Orpheo most of ony þing
Lovede pe gle of harpyng;
35 Syker was every gode harpoure
13 þat in þe leys ben iwrought O.
14 Fyrst fond O. ygete] brought O.
15 aventours (u über dem o) O. fell some deys O.
16 pe Bretonys þerof O. per l. O.
17-24: Off kynges þat before us were,
When þey myȝt any woundres here
þey lete þem wryte as it wer do,
And per among is sir Orfewo. O.
25 a ryche k. H. He was forsope a nobull kyng O.
26-33 fehlt O 26 In Inglond A. a grete l. H.
27 Ful fayr man and large þerto H.
28 Large] And hende H. he was) and hardy H.
29 fadre H. come H. sir Pilato H.
30 cam of Ynпo H.
31 in tyme H. as] fehlt H. goddys holden H.
32 For wordys H. dedyn and tolden H.
33-46 fehlt A.
34 pat most luffyd gle and herpyng O.
35 Wele sekyr O. herper O.

X
Of hym to have moche honour.
Hymself loved for to harpe
And layde pereon his wittes scharpe,
He lernyd so, þer noping was
40 A better harper in no plas.
In þe world was never man born
þat ever Orpheo sat biforn,
And he myȝt of his harpyng her,
He schulde pinke þat he wer
45 In one of be joys of paradys,
Suche joy and melody in his harpyng is.
þis king soiurnd in Traciens,
þat was a cite of noble defens;
He hadde wip him a quen of priis,
50 þat was ycleped dame Heurodis,
þe fairest levedi for be nones
þat miȝt gon on bodi and bones,
Ful of love and of godenisse,
Ac no man may telle hir fairnise.
55 Bifel so in þe comessing of May,
When miri and hot is be day,

36 To have off mekyll h. O.
37 Hymselve he lernyd O. herpe O.
38 leyd O. wytte so scherpe O.
39 so] so wele O. þer noping was] wipouten les O.
40 So gode herper never non was O.
41 In] fehlt H. all þis w. O. no man bore O.
42 ever had kyng O. ben before O.
43 of his harpyng] hys herpe O.
44 Bot he wold wene O. he] it O.
45 A blyssedfull note of p. O.
46 Suche melody þerin is O.
47 Orpheo sugerne H, þe kyng jorneyd ([OCR gap]). Orassens H.
48 was] is HO. grete defence O.
A schiebt ein: For Winchester was cleped po Traciens wifouten no.
49 þe king hadde A, And O. wip him] fchlt H. hys q. O. ful feyre o. p. H.
50 is clepyd H, was callyd O. dam H. Herodis A Erodys H Meroudys O.
51 womman H A feyrere lady þan sche was one O.
52 þat myȝt be made H, Was never made O. of flesche HO. ne b. O.
53 Sche was] fehlt O. of] fehlt O. All hur here (?) and hur godenes H.
54 Myȝth no man H, Ne may no man O.
discryve H.
55 Hit b. H, It befelle O. so] fehlt HO. in tyme of H in þe begyning of O.
56 þat is mery and lykyng þe someris day H, When foules syng on every sprey O.

Oway bep winterschours,
And everi feld is ful of flours,
And blosme breme on everi bouȝ
60 Overal wexep miri anouȝ,
þis ich quen dame Heurodis
Tok to maidens of priis
And went in an undrentide
To play bi an orchardside,
65 To se pe floures sprede and spring
And to here be foules sing.
pai sett hem doun al pre
Under a fair ympetre,
And wel sone þis fair quene
70 Fel on slepe opon þe grene.
þe maidens durst hir nouȝt awake,
Bot lete hir ligge and rest take.
So sche slepe til afternone,
þat undertide was al ydone.
75 Ac so sone as sche gan awake,
Sche crid and lopli bere gan make,
57 f.] fehlt O. Awey ben winteris H.
58 felde H.
59 Of blosmes spryngyng H And blossom spryng O. on pe bowe H.
60 Over al þe londe is mery ynowe H, mery inowhe O.
61 þat ilke q. H, þan þe q. O.
62 Toke wiþ hur H, Toke wip hyr O. to maidens] ladys O (O hat durchweg
lady für levedi), of grete p. O.
63 walked H. pe undertyde H a underontyde O (undeutlich, vielleicht e
statt o).
64 To pley hyr O. in hur o. H. horcherdsyde O.
65 f.] fehlt O.
þe] fehlt H.
66 And se and here H.
67 þan þe ladys al pre O.
68 Fayr under
an y. H. Sett hem under an hympe tre O.
69 pis] pe H.
Sche leyd hyr dounne þat comly quen O.
70 Felle H.
And fell O.
a sl. H, on sclepe O. opon] upon HO.
71 þe ladys O. durste O.
not H.
wake O.
72 lyȝe O. and] hyr O.
to take O.
Sche slepe
But beside hur mery þey can hem make H.
wele fer after þe non O.
73 And lete hur sl. H.
74 þat þe u. was agon H To þe undryntyde wer gon O.
75 And also sone as sche can wake H. And when þat ladys gan hyr wake O.
76 cryed HO. loþly can hur m. H, grete noys gan m. O.

X
Sche froted hir honden and hir fet,
And crached hir visage, it bled wete.
Hir riche robe hye al torett
80 And was reneyd out of hir witt.
þe tvo maidens hir biside
No durst wip hir no leng abide,
Bot ourn to be palays ful riȝt
And told bobe squier and kniȝt,
85 þat her quen awede wold,
And bad hem go and hir at hold.
Kniȝtes urn and levedis also,
Damisels sexti and mo,
In be orchard to be quen hye come
90 And her up in her armes nome
And brouȝt hir to bed atte last
And held hir þere fine fast.
Ac ever sche held in o cri
And wold up and owy.
77 hondys H. And wrong þer hondes wip drery mode O.
78 visage] fehlt H. it bled wete] pat sche can blede H, all on blode O.
79 robys O, clopis H. hye] sche HO.
can ter H, torytte O.
80 reneyd] wode out H, ravysed O. H fügt an: per.
81 two H fehlt O. ladys O. þat sat bysyde H þat stod hyr besyde O.
82 Durst þer (þey?) H, Fled and durste O. wip hir] fehlt HO. no lengur H,
not long O.
83 But H. went (?) H, went O. into Hunto O. palys HO. ful riȝt]
riȝt H aȝene O.
84 sq. a. k.] knyȝt and sveyn O.
85 How þat þe q. O. awey wolde go H, awey wold O.
86 fehlt H. A. b. þem com hyr to behold O.
87 knyȝtys (?) out went and ladyes also H, Sexty knyȝtes and ȝit mo O.
88 And damsellis fyfty a. mony mo H. And also fele ladys þer to O.
H schiebt ein: To fet (?) her lady pey pouȝt to do.
89 Into þe o. H. Hastely O. to be q.] fehlt H.
þey com O.
hye come] per wer came H,
90 And had h. H And O. in a. H, in þer O. nome] ynome H, þei hyr
name O.
91 in bed H. atte last] in haste O.
92 helden H, kepyd O. fine fast] in ryȝh (8) H, bop feyr a. faste O.
93 But H, And O. cryed wip grete mode H,
94 And rent hurself as sche wer mode H.
weye O.
began to cryȝe O.
As sche wold up and go hyr
(

'W
95 When Orfeo herd þat tiding
Never him nas wers for noping,
He come wip kniȝtes tene
To chaumber riȝt bifor pe quene
And biheld and seyd wip grete pite:
100 „O lef liif, what is te?
þat ever ȝete hast ben so stille
And now gredest wonderschille!
þi bodi, þat was so white ycore,
Wip pine nailes is al totore!
105 Alas þi rode, þat was so red,
Is as wan as pou were ded!
And also pine fingres smale
Bep al blodi and al pale!
Allas! pi lovesum eyȝen to
110 Lokep so man dop on his fo!
A dame, ich biseche merci!
Lete ben al pis reweful cri,
And tel me, what be is and hou,
And what þing may be help now!"
95 f.] fehlt O. Orfeo] þe kyng H. þis t. H.
96 Him was never so wo f. n. H.
97 pe kyng com HO. wip knyȝtis kene H to be chamer to be quen O.
98 Into pe chamber to his q. H, And before hym knyȝhtes tenne O.
99 wepte O. And of hur had g. p. H.
100 Swete hert he sayde how may þis ben H, My leff wyff what ayles pe O.
101 þou þat hast be so st. O.
102 Why cryest pou O. so ioude a. schrylle H.
O schiebt ein: And ever þou ast be meke and myld pou arte becom
wode and wyld.
103 flessch O. so] fehlt H. ycore] biforn H befon O.
104 by HO. to torn H. pou hast torn O.
105 þy lyppes þat wer so bryȝt rede O.
106 Is as wanne H, Semys as wan O. as ony lede H.
107 And] fehlt H.
also] fehlt O. long a. sm. O.
108 þey ben H.
pe be O. blody a. palle H.
109 And py O.
lovely yzen H. luffsom eyn O. two HO.
110 Loken on me as man
on
fo
H. Loke on me as i wer þi fo. O.
111 Leve dam H, God leman O. y beseche þem. Hi cry þe mersye O.
112 þan late O. be HO. ruful H reufull O.
113 what þing ana
how H lady for by prow O.
114 And] fehlt O.
Yif ony þ. H. helpe O.

115 po lay sche stille atte last
And gan to wepe swipe fast
And seyd pus pe king to:
„Allas, mi lord, sir Orfeo!
Seppen we first togider were,
120 Ones wrop never we nere;
Bot ever ich have yloved be
As mi liif, and so pou me.
Ac now we mot delen ato,
Do pi best, for y mot go!"
125 „Allas", quap he, „forlorn ich am!
Whider wiltow go and to wham?
Whider pou gost, ichil wip þe
And whider y go, pou schalt wip me."
„Nay, nay, sir, þat nouȝt nis,
130 Ichil pe telle al hou it is:
As ich lay þis undertide
And slepe under our orchardside,
115 þe lady styll es
H, Sche ley still O. at þe last HO.
116 began to sey O.
swipe] full O.
117 po sche seyde H,
And þus sche seyd O. unto H.
Nach 118 schiebt O ein: Ever I have lovyd be all my lyfe
was never stryfe.
119 Sep H, Never sep O. first] fehlt HO.
Betwen us
togedur H dedyd ware O.
120 Never ȝit wrop H. þerfor I make full mekyll care O.
121 f.] fehlt O. Ever ȝit pou hast loved me Wip alle myn hert so have y pe H.
123 And H, Bot O.
124 Do pou þe b. O.
schul part H must parte O.
most H must O.
125 he seyde H, seyd þe kyng O. lost O. y am Hiame O.
126 Whidur wol pou H, Whyder wyll pou O. whom O.
127 Wher H, Wer O. comest H. arte O. pou schalt wiß me H, i wold be wið þe O.
128 Whidur þou gost y wyl wip þee H, And wher i ame pou schall be wip me O.
129 f. O hat 4 vv.: Do wey seyd þe quen þat schall not be For i schall
never be more se
I wyll be tell how it is - And forsopi wyll not mysse.
I schal ȝou telle how it is H.
Sir sche seyde it may not be pis
131 y lay H, i went O.
132 To slepe H, To pley me O. under þe o. H be myn o. O.
O schiebt ein: I fell on slepe allbedene Under an ympe upon þe gren
My meydens durst me not wake - Bot lete me lyȝe and slepe take
Tyll þat pe tyme overpassyd so
Whe[n] i gan my selve awake
For i saw a sembly syȝt.
þat þe undryn was overgo
Ruly chere i gan to make

per come to me to fair kniȝtes
Wele yarmed al to riȝtes
135 And bad me comen an heiȝing
And speke wip her lord be king.
And ich answerd at wordes bold,
Y durst nouȝt no y nold.
þai priked oȝain, as þai miȝt drive;
140 po kom her king al so blive
Wip an hundred kniȝtes and mo
And damisels an hundred also;
Al on snowewhite stedes,
1
As white as milke were her wedes.
145 Y no seize never ȝete bifore
So fair creatours ycore:
pe king hadde a croun on hed,
It nas of silver no of gold red,
Ac it was of a precious ston,
150 As briȝt as pe sonne it schon.
And as son as he to me cam,
Wold ich, nold ich, he me nam
133 two H. Towerd me com a gentyll knyȝt O.
134 arayde H. at alle riȝtis H at all ryȝht O.
135 bade me come H, bad i schuld O. wipout lettyng H, upon hyȝeng O.
136 And] To H, Com O. hys k. O.
137 And] fehlt O. i answerd hym O. wip w. b. HO.
138 þat y ne H, I seyd i O. nouȝt] fehlt H, not O. ne y nolde H, ne not
i wold O.
139 Fast agayn þey can dryve H. þe knyȝht aȝen he rode full fast O.
140 þen H þan O. þer k. O. at þe last O.
141 a Mt knytes H, an hundreþ k. O. and mo] also O.
142 And wiþ ladyes fyfty also H. And an hundreþ ladys and mo O.
143 And ryden al H, All þei ryden O. snowe] snow H, fehlt O.
144 And also white was H, Off mylke whyte was all þer O.
145 I sey H I saw O. sepy was borne H. sep i was borne O.
146 knyȝtes H. ycore] me byforne H her beforn O.
147 crowne H crounne O. on his hede HO.
148 was HO. no selver H no sylver O. ne g. rede HO.
149 All it was H, It was all O. a] fehlt HO.
150 Als br. O. as sunne forsope H as any son O. schone H.
151 Also sone HO. as] fehlt H.
com O.
152 Wheþer i wold ore (Msc.: o) not up he me nam,

And made me wip him ride
Opon a palfray bi his side
155 And brouȝt me to his palays,
Wele atird in ich ways,
And schewed me castels and tours,
Rivers, forestes, frip wip flours
And his riche stedes ichon,
160 And seppen me brouȝt oȝain hom
Into our owhen orchard
And said to me pus afterward:
„„Loke, dame, to morwe patow be
Riȝt here under pis ympetre,
165 And þan pou schalt wip ous go
And live wip ous ever mo.
And ȝif pou makest ous ylet,
Whar pou be, pou worst yfet,
And totore pine limes al
170 þat noping help be no schal;
And bei pou best so totorn,
ȝete pou worst wip ous yborn.“ “
153 for to ryde O.
154 On a whyte p. H. Upon a stede O.
155 He br. O. into his palys H. to a feyre palas O.
156 Ryȝt wele ydyȝt over al ywys H, Wele tyred and rychly in all case O.
157 He sch. HO. castellus a. tourys O.
O schiebt ein: And hys hey haules and boures.
158 Medewys ryveres feldys and floures H. Forestes ryvers frutes and floures O.
159 And] fehlt O. riche] grete O. schewyd me i. O. And his forestes
everyche on H.
160 sep H, seþyn O.
me br. H, made me O. aȝen home H аzene to gon O.
161 owne orcharde H. Into þe stede wher he me fette O.
162 pus] pis H. afterwarde H. In þat same sted þer he me set.
163 Loke tomorew H. And seyd madam loke O. þat pou be HO.
164 Riȝt] fehlt H. To morow O. tre O.
165 f.] fehlt H. 165 schall þou O. us O.
166 more so O.
167 Iff þat pou make O. ous ylet] ony lette H, us any lęte O.
168 Wherever HO. schalt be fet H schall be fete O.
169 totorn O. alle H all O.
170 þe help H. no schal] schalle H ne schall O.
171 þauȝ H poff O. be HO. so] all O. totore H.
172 ȝit HO, schalt þou H schall pou O. awey be bor Hawey wip us be born O.
(

When king Orfeo herd pis cas,
„Owe", quap he, „allas allas!
175 Lever me were to lete mi liif
þan þus to lese pe quen mi wiif!"
He asked conseyl at ich man,'
Ac no man him help no can.
Amorwe pe undertide is come,
180 And Orfeo hap his armes ynome,
And wele ten hundred kniȝtes wip him,
Ich yarmed stout and grim,
And wip be quen wenten he
Riȝt unto þat ympetre.
185 þai made scheltrom in ich aside
And sayd þai wold pere abide,
And dye per everichon,
Er þe quen schuld from hem gon.
Ác ȝete amiddes hem ful riȝt
190 be quen was oway ytwyȝt,
Wip fairi forp ynome,
173 þe kyng herde H. case HO.
174 Out he şeyde and alase H, þan he seyd alas alas O.
175 f.] fehlt O. 175 Me wer lever H lese H.
176 pus] fehlt H.
177 axed H. consel H, rede O. of many a man HO.
178 But H, Bot O. non of hem H. help hym HO. no can] can H, ne canne O.
O schiebt ein: Alas seyd þe kyng þat i ame wo What may i best for
my quen do.
179 On þe morowe when tyme came H. On þe morow when be ondryn cam O.
180 pe kyng H, Kyng
181 And two h. k. H.
Orfeo O. hab ynome] forsop he name H, nam O.
Ten h. k. he wiþ hym toke O.
182 Wele yarmed H.
Wele armyd talle men and stoute O.
183 And] fehlt HO.
hys q. O. went he H þan went he O.
184 Into þe orchard under þe tre H.
To be orcherd under þe ympetre O.
185 per made þey watche on every syde H. What aventour so betyde O
(nach 186).
186 he wold O.
And cast hem þere for to byde H.
187 And suffre
dep H.
188 Or þat O.
sche H.
Lyve and dyȝe þey wold ichon O.
from h. H. fro þет O.
And sched blod for hys
O schiebt ein: þan þey gon batell to make
quenys sake.
189 And þere anon wipouten lette H, Bot among þem all ryȝht O.
190 twyȝt O. Among hem all scho was yfet H.
191 Awey wip pe fayre sche w. inome H. And wip pe feyry awey inome O.
X

Men wist never wher sche was bicome.
po was per criing wepe and wo!
þe king into his chaumber is go
195 And oft swoned opon be ston
And made swiche diol and swiche mon,
þat neiȝe his liif was yspent,
þer was no amendement;
He cleped togider his barouns,
200 Erls, lordes of renouns.
And when pai al ycomen were,
„Lordinges", he said, „bifor ȝou here
Ich ordainy min heiȝe steward
To wite mi kingdom afterward,
205 In mi stede ben he schal,
To kepe mi londes over al.
For now ichave mi quen ylore,
pe fairest levedi, þat ever was bore.
Never eft y nil no woman se,
210 Into wildernes ichil te
And live per ever more
192 Wist non of hem H, þe ne wyst O. wer O. was] fehlt H. come O.
193 þen was þer weþyng and cryeng also H, þer was cry wepyng and wo O.
194 to H unto O.
195 oft] fehlt H.
196 He m. grete
was gon O.
can go H, ȝede þo O.
fel adown H, he knelyd O. on Honne O.
dele a. meche mone H, And made gre [sic!] sorow for sche
197 neiȝe] ne O.
Wel nye he hed hymself yschent H.
198 He syz þer w. H, Bot þer myȝt be O. non HO.
199 He sende after erle and baron H. He sent after hys barons O.
200 And oþer lordys of grete renoun H.
Knyȝhtes squyres off grete renownys O.
201 And] fehlt O. whan H. al] fehlt H. ycomen] togeder H, com O.
202 Lordys H. He s. lordinges O. þat ben here H.
203 I wold orden O. ordeyne H. myn steward of myn halle H. stuerd O.
204 f.] fehlt H. 204 To kepe my londes O.
205 And in O.
206 landes O.
207-212 in O hinter 216.
207 For] fehlt H. forlore H, lorne O.
208 pe best HO. woman O. born O.
209 f. in O umgestellt. Y wol never efte H For I wyll never O. no] fehlt HO.
sene O.
210 In H, To O. wylderne O. now wol y be H, I wyll gon O.
211 live] wonne H.
ever more und in holtes hore (212) in HO vertauscht.

Wip wilde bestes in holtes hore.
And when ȝe understond, þat y be spent,
Make ȝou þan a parlement
215 And chese ȝou a newe king.
Now dop ȝour best wip al mi þing!"
po was per wepeing in be halle
And grete cri among hem alle,
Unnepe miȝt old or ȝong
220 For wepeing speke a word wip tong.
þai kneled adoun al yfere
And praid him, ȝif his wille were,
þat he no schuld fram hem go.
„Do way", quap he, „it schal be so."
225 Al his kingdom he forsoke,
Bot a sclavin on him te toke,
He ne hadde kirtel no hode,
Schert non oper gode.
Bot his harp he tok algate
230 And dede him barfot out atte ȝate,
No man most wip him go.
212 In wyldernes H.
213 When ȝe wyte y am of be world went H. When þat ȝe se my lyffe is
spent O.
214 Make ȝe all H þan m. ȝou O, parlament O.
215 do chose H.
Chese ȝou þan O. newe HO.
216 And do HO.
in al þ. H.
217 p von po in A für den rubricator weggelassen. þer was HO. grete
sorowe H.
218 Wepyng and cryeng H And gret sorow O. þem ).
219 per ne H. ne 3. H. þer was noþer olde ne ȝang O.
220 tonge H. þat myȝt speke a word wip tong O.
221 þey felle on kneys O. in fer H, in fere O.
222 And] fehlt O. besouȝt HO.
223 ne wolde H.
hem] pem O.
224 he seyde HO.
y wil not so H.
225 þis O. kyndam H. i forsake O.
226 And to him a sclaveyn anon he toke H. A staff to hym he gan take O.
227 He ne wolde have no hode H, He had neper gowne ne hode O.
228 Hose ne scho H. ne oper H, ne non oþer O.
229 an h. O. can take H.
230 And went b. H. Barefote he went furp at þe 3. O.
231 þer most no m. H. þer was weping and grete crye O. Oway, what per was wepe and wo.
When he, þat hadde ben king wip croun,
Went so poverlich out of toun!
235 þurch wode and over hep
Into be wildernes he gep.
Noping he fint þat him is ays,
Bot ever he livep in gret malais.
He, pat hadde ywed pe fowe and griis
240 And on bed pe purper-biis,
Now on hard hepe he lip,
Wip leves and gresse he him wrip.
He, pat hadde had castels and tours,
River, forest, frip wip flours,
245 Now, þei it comenci to snewe and frese,
þis king mote make his bed in mese.
He, þat had yhad kniȝtes of priis
Bifor him kneland and levedis,
Now sep he noping þat him likep,
250 Bot wilde wormes bi him strikep.
He. þat had yhad plente
232 Alas þer was wepyng and wo. H.
233 He pat was k. a. bar þe crowne H.
234 So porely went O,
235 f. H. stellt um.
Grete dole for pe maysterye O.
When þe k. wipouten crounne ([OCR gap]).
towne H tounne O.
235 Bope prow w. a. prow hepe H, He went porow w.
a. hepe O.
236 And i. O.
þe] fehlt HO. gepe HO.
237 f. Now he is nouȝt at ese But now he is in maleese H.
So fere he went i sey iwys þat he wyst not wher he was O.
239 f.] fehlt H. 239 He þat sete in boure and halle O.
240 And on hym were pe purpull palle O.
241 in h. wode H. in herd hepe O. lype H. lyȝet O..
242 erbis a. gras H. he him wrip] hys body hydyp O.
243 f. u. 249 f. stehen in H hinter v. 262. 243-246 in O hinter 250.
243 He þat had castel and tour H. Also he had castellus and tourys O.
244 Forest fryp bope felde and flour H.
245-248] fehlt H. 245 Now poff it be
in es O.
prise O.
246 He may not O.
247 yhad] fehlt O.
248 And before hym knelyd ladys O.
Forestes ryverse frutys and flourys O.
store as frese O.
249 hap he H.
250 bestes HO.
He sey not þat hys herte lykyp O.
þat by HO.
251 þe k. þat O.
yhad] fehlt HO. grete pl. HO.

Of mete and drink of ich deynte,
Now may he al day digge and wrote,
Er he finde his fille of rote.
255 In somer he livep bi wild frut
And berren bot gode lite;
In winter may he noping finde
Bot rote, grases and pe rinde.
Al his bodi was oway dvine
260 For missays and al tochine.
Lord! who may telle be sore,
þis king sufferd ten ȝere and more!
His here of his berd blac and rowe
To his girdel-stede was growe.
265 His harp, whereon was al his gle,
He hidde in an holwe tre;
And when be weder was clere and briȝt,
He toke his harp to him wel riȝt
And harped at his owhen wille;
252 Mete drynke H. of ich deynte] and grete dignyte H, wipouten le O.
253 Now he most H Long he may O. al day] bope H, fehlt O. dyge O.
254 Or O. have HO. of þe r. O.
255 somour O. lyvys O. by hawys H by þe frute O.
256 þat on hauporne grow by schawys H. And berys þat were full
suete O.
257 f. And in w. by rote and rynde For oþer þing may he non fynde H.
258 Bot levys and grasse and of þe rynd O.
259 Al] fehlt HO. is O. dryve H, dwyned O.
260 Wip hayle and reyne al toryve H. And for grete cold al toschend O
261 f. in O hinter 264. 261 No man coude H, He can telle O. of his sore H,
off grete care O.
262 þat he suffred H, þe suffyr O. wynter O.
263 þe here of his hede is bl. H, His berd was bop bl. O.
264 Benebe his gurdel it ys ygrow H. And to hys gyrdellsted it drewȝe O.
265 f. He takes his harpe and makep hym gle And lype al nyȝt under
a tre H.
In a tre þat was holow þer was hys haule evyn and morow O.
267 And] fehlt HO. is H. feyre a. b. O.
268 takep H. to him wel r.] anone r. Ho.
O schiebt ein: In mydys be wodde he sett hym dounne And temperyd hys
herpe wip a mery sounne.
269 f. H stellt um. 269 As he coude harpe at his w. H. after his
awne w. O.
7*

270 Into alle pe wode pe soun gan schille,
pat alle be wilde bestes, þat per bep,
For joie abouten him þai tep.
And alle pe foules pat per were
Come and sete on ich a brere.
275 To here his harping afine,
So miche melody was perin.
And when he his harping lete wold,
No best bi him abide nold.
He miȝt se him bisides
280 Oft in hot undertides
be king o Fairi wip his rout
Com to hunt him al about
Wip dun cri and bloweing
And houndes also wip him berking.
285 Ac no best þai no nome,
No never he nist whider bai bicome.
And oper while he miȝt him se
As a gret ost bi him te,
Wele atourned ten hundred kniȝtes,
270 alle fehlt H. Over all aboute O. it ryngep sch. H, it was full sch. O.
271 pat alle] fehlt HO. wer O.
272 gope H. þey com aboute hys herpe to here O.
O schiebt ein: þe bestes of þat forest wyld Come aboute hym meke and myld.
273 f. in O hinter 278. 273 And] fehlt H.
274 þey comyn aboute hym þere H. þey com aboute hym by bussch and brer O.
275 his] fehlt H. þat was fyne H, so fyne O.
276 So mechel joy H.
þerine HQ.
277 And] fehlt HO.
his] pe H. leve wolde H, stynt wylle O.
278 Foule ne best H,
No leng þer O. nold] per nolde H. bey wylle O.
H schiebt ein: But went hem albydene And lete hym alone þer bene.
279 Ofte he saw he H, þan myȝt he se O.
280 Oft] fehlt HO. þe hote somertyde H, a hote undryntyde O.
281 ofairi A of Fayre H off Fary O. and all h. r. O.
282 Com ryding O. him] fehlt H.
283 dunnyng H, dynne O. cri] fehlt H. wifþ. HO.
284 And wip O. grete cryeng H, berkyng ([OCR gap]),
285 But forsope H, Bot O. dere ne best O. no] fehlt HO.
286 Ne he ne wyst H, He wyst not O. wher H wer O. were b. O.
287 And] fehlt O.
while] pinges O. him se] yse H se O.
288 As] fehlt HO.
hoste O. com hym bye O.
289 Wele a two h. k. H. An h. k. and mo ȝit O.

290 Ich yarmed to his riȝtes,
Of contenaunce stout and fers,
Wip mani desplaid baners,
And ich his swerd ydrawe hold,
Ac never he nist whider pai wold.
295 And oper while he seize ober þing:
Kniȝtes and levedis com daunceing
In queynt atire gisely,
Queynt pas and softly;
Tabours and trimpes ȝede hem bi
300 And al maner menstraci.
And on a day he seize him biside
Sexti levedis on hors ride,
Gentil and jolif as brid on ris,
Nouȝt o man amonges hem þer nis.
305 And ich a faucoun on hond bere
And riden on haukin bi o rivere;
Of game bai founde wel gode haunt:
Maulardes, hayroun and cormeraunt.
be foules of be water arisep,
290 1ch] Wele HO.
armyd O. at all r. H at all ryȝht O.
291-294] fehlt H. 291 Wip contynans O.
292 And many spreding b. O.
293 f. Every man a draw suerd had in hond Bot he wyst not wheßer þey
wold wend O.
295 Sum wh. he saw H, Also he myȝt se O. every þ. O.
296 rydyng H.
297-300 fehlt O. 297 bryst atyre and disgysid H.
298 Wip esy pace and wele avysed H.
299 Talours A. Tabers a. pypes H. ȝeden H.
300 of mynstrelsy H.
301 f. And ladyes þer com rydyng Joly þey wer in alle þing H.
301 Anon he lokyd O.
302 And say s. O. palferays O.
303 Jentle H. and gay O. jolef forsope ywys H.
304 No m. H. Not a m. O.
among pem iwys O.
hauke H faucon O. on hond] fehlt O.
þer. H.
305 Every on H, Bot every lady O.
306 went haukyng H. huntyng O.
307 wel gode] grete H.
308 Fesaunt heron and cormarant H.
309 f. Ostellt um. 309 And pe O.
rysing O.
Svannys herons and courmorante O.
out of pe rever flowe H, fro þe w.

310 pe faucouns hem wele devisep,
Ich faucoun his pray slouȝ.
pat seize Orfeo and louȝ.
„Parfay", quap he, „ber is fair game,
pider ichil bi godes name;
315 Ich was ywon swiche werk to se."
He aros and þider gan te.
To a levedi he was ycome,
Biheld and hap wele undernome
And sep bi al ping, þat it is
320 His owhen quen dam Heurodis.
ȝern he biheld hir, and sche him eke,
Ac noiper to oper a word no speke.
For messais, þat sche on him seize,
pat had ben so riche and so heiȝe,
325 be teres fel out of her eiȝe.
þe oper levedis þis yseize
And maked hir oway to ride;
Sche most wip him, no lenger abide.
„Allas", quap he, „now me is wo!
310] fehlt H. And pe f. forp fleyng O.
311 Every HO.
312 þan sate pe kyng Orf. O. kyng Orpheo H. lowe H.
faukun H, facon O. h. game slowe H.
H schiebt ein: As he stode under a bowe.
313 Parfay he seyde H, And seyd O. þis is O. gode g. HỌ.
314 pidey H. in goddys H.
315 Such game he was wont to se H.
Sych game i was wont for to se O.
316 Up he ros HO.
þeper O. cam he H went he O.
317 his owne l. H.
wel ny he came H,
he com po O.
318 And hur wel ny had undernome H.
He beheld hyr face and body also O.
319 He knew hur by pe semelant ywys H.
Hym pouȝt þat it was in all wyse O.
320 owne H, awne O.
lady H. Erodysse H.
But þer myȝt non wip oper speke þey sche hym knewe
321 f. H stellt um:
and he hur eke.
321 ȝern] fehlt O.
322 And never a w. to o. þey speke O.
323 myssis H, þe poverte O. sye H, se O.
324 þat sum tyme was boße r. a. h. H. and hyȝe O.
325 ran doun HO. out of] by HO.
326 So dede of hym when he hur sye H. þe ladys beheld and þat þey seyze O.
327 þey made H, And made O. to] pere H.
328 For per myȝt sche H. No lenger myȝht sche per abyde O.
329 he sayde H, seyd Orfeo O.
þat me HO.

330 Whi nil dep now me slo!
Allas wreche, þat y no miȝt
Dye now after pis siȝt!
Allas, to long last mi liif,
When y no dar nouȝt wip mi wiif
335 No hye to me o word speke.
Allas, whi nil min hert breke!
Parfay", quap he, „tide wat bitide,
Whider so bis levedis ride,
be selve way ichil streche,
340 Of liif no dep me no reche!"
His sclavain he dede on al so spac
And henge his harp opon his bac
And had wel gode wil to gon,
He no spard noiper stub no ston.
345 In at a roche be leuedis ridep,
And he after and nouȝt abidep.
When he was in be roche ygo,
Wele pre mile ober mo,
He com into a fair cuntray,
330 now me] myn hert H. Why wold not myn hert breke atwo O.
331 f. in O hinter 336. 331 Alas seyd þe kyng O.
332 now] anon H, fehlt O. þis
same s. O.
333 f. O stellt um. Al to O. lastep H, lastes O.
334 þat y ne may speke H, Now
i may not speke O.
335 Ne sche wip me H to sp. H. Sche dare not a word wip me sp. O.
336 wold not O.
337 f. Into what lond þis lady ryde Forow (sic!) i wyll what so betyde O.
337 he sayde tyde
betyde ([OCR gap]) H.
338' Y wil se whyder þ. H.
339 In þat wey H. pat same w. O. go H.
340 Off my lyve i do not r. O. For of my lyfe ȝeve y not a slo H.
341 dede he on his bak H. He toke a staff as he spake O.
342 toke h. h. H, prew an h. O. ryȝt as he spak H, at h. b. O.
343 f. O stellt um. 343 He had gode w. for tog. O. Fast after hem he
can gone H.
344 Over stok and over st. H. He sparyd noßer stoke ne st. O.
345 In þen atar. H, In a r. off stone O.
can ryde H, ryde O.
346 He went sone after he nolde not byde H. Orpheo folowyd and not abyde ([OCR gap]).
347 into þer. H, þerin go O.
348 and sum dele mo H. A myle or els two O.
349 to H. cunturey O.

350 As briȝt so sonne on somers day,
Smope and plain and al grene,
Hille no dale was per non ysene.
Amidde pe lond a castel he size:
Riche and real and wonder heiȝe,
355 Al be utmast wal
Was clere and schine as cristal.
An hundred tours per were about
Degiselich and bataild stout;
pe butras com out of be diche,
360 Of rede gold yarched riche;
be bonsour was avowed al
Of ich maner divers animal.
Wipin per wer wide wones
Al of precious stones.
365 þe werst piler on to biholde
Was al of burnist gold.
Al pat lond was ever liȝt,
For when it schuld be perk and niȝt,
be riche stones liȝt gonne,
350 as son O. Was as b. as ony day H.
351 f. O stellt um. 351 Feyr palys a. a. g. H. It was a welle feyre
gren O.
352 was HO. þer non] nouȝt H. sene HO.
353 Amyd H. launde H. Orfes (sic!) full wele it seye O.
354 Noble and ryche ryȝt w. h. H. A feyr castell ryall and hyȝe O.
O schiebt ein: He beheld þe werke full well.
355 And al þe overyst walle H, þe overyst werke above pe walle O.
356 Schone H, Gane schyne O. as dop þe crystal HO.
357 Fayr tours H. tyretes he saw full stout O.
358 Gayly set wip perles stoute H. So godly þei wer bateyled about O.
359 þe utmest þat stode H, þe pylers þat com O. of] an H out off O.
360 Was of golde and selver ryche H. All þei wer of gold full ryche O.
361 þe fronte þat was amyd all H. þe frontys wer amelyd all O.
362 Was of d. H,
Wip all maner d. O. metalle H amell O.
perin he saw O.
363 per] fehlt H.
364 Al of] Of golde selver and H, And all wer full of O. presyos O.
365-376] fehlt O. 365-368 Feyr pilers þeron wer dyȝt Of precious stones
and safyres bryȝt
Hit schone so fayre by nyȝt þat al þe towne
þerof was lyȝt H.
369 schone so cun H.

370 As briȝt as dop at none þe sonne.
No man may telle no penche in pouȝt
be riche werk þat þer was wrouȝt.
Bi al þing him pink, þat it is
be proude court of paradis.
375 In þis castel pe levedis aliȝt;
He wold in after ȝif he miȝt.
Orfeo knokkep atte gate,
þe porter was redi þerate
And asked, what he wold have ydo:
380 „Parfay", quap he, „icham a minstrel, lo!
To solas þi lord wip mi gle,
ȝif his suete wille be."
þe porter undede pe ȝate anon
And lete him into be castel gon.
385 þan he gan bihold about al
And seize ful liggeand wipin þe wal
Of folk, þat were þider ybrouȝt
And pouȝt dede and nere nouȝt:
Sum stode wipouten hade,
390 And sum non armes nade,
370 Al so b. as ony sun H.
371 ne pinke H.`
372 þe ryches þat þerin H.
373 f.] fehlt H.
375 At pe H.
376 Orpheo went after as fast as h. m. H.
377 Kyng Orfeo O. knocked H, knokyd ).
378 pourter O.
379 Freyned O. what wilt þou so H, what he wold do O.
380 Parfey] fehlt O. quap he] fehlt H, he seyde O.
381 glad O. þi lord] pe H.
382 And it h. O. þe merier schalt þou be H.
383 He unded H. undyd O.
384 And as a mynstrell lete hym gon O.
385 Orpheo loked about over all H.
þan lokyd he aboute pe walle O.
386 ligge and A. He sawe folk
over alle O.
sit under þe wal H. And saw it stond
387 Of folk] Sum H, Wip men O. brought O.
388 semyd O. wer O. Al dede were
389-402] fehlt H. 389 Som þer O. wipoutyn hede O.
þey nouȝt H.
390 armys non nade O.

X
And sum þurch be bodi hadde wounde,
And sum lay wode ybounde,
And sum armed on hors sete,
And sum astrangled, as þai ete,
395 And sum were in water adreynt,
And sum wip fire al forschreynt;
Wives per lay on child bedde,
Sum ded, and sum awedde;
And wonder fele per lay bisides,
400 Riȝt as þai slepe her undertides;
Eche was bus in þis warld ynome,
Wip fairi þider ycome.
per he seize his owhen wiif
Dame Heurodis his liif liif
405 Slepe under an ympetre,
Bi her clopes he knewe, þat it was the.
And when he hadde bihold þis mervails alle,
He went into be kinges halle.
þan seize he per a semly siȝt:
410 A tabernacle blisseful and briȝt,
perin her maister king sete
And her quen fair and swete.
Her crounes, her clopes schine so briȝt,
þat unnepe bihold he hem miȝt.
391 And some per bodys O. 392] fehlt O.
393 onne h. þer armys sette O.
394 wer strangyld at þe mete O.
395 And men þat wer nomen wiß þem ete O.
396 f. So he saw þem stonding þer þan saw he men and women in fer O.
398] fehlt O.
399 f As þey slepyd þer undryntyde He saw he þem saw on every syde O.
401 f.] fehlt O.
403 Amonge hem lay h. H.
Among þem he saw O.
404 pat he loved as his lyfe
HO.
405 Sche lay H, þat ley O. þat tre full trew O.
406 glowes H. he wyst it wat sche H, he hyr knew O.
407 f.] fehlt O.
409 f.] fehlt H.
He went forbe into be halle þerin was grete joy wiß alle H.
In þat castell he saw ȝit A tabernakylle wele idyȝt O.
411 þe ryche kyng H, And a ryall kyng O. þerin sete H. perin sette O.
412 hys q. þat was to swete O. He fyl on knees and hym grette H.
413 þer c. and c. O. By hym sete a quene bryst H.
414 Unneþis he had of hur a syȝt H. þat on þem loke he ne myȝht O.
O schiebt ein: A hundryp knyȝhtes in present To do pe kynges commandment.

415 When he hadde biholden al þat þing,
He kneled adoun bifor be king:
„O lord", he seyd, „ȝif it þi wille were,
Mi menstraci pou schust yhere."
þe king answerd: „What man artow,
420 pat art hider ycomen now?
Ich no non, þat is wip me,
No sent never after þe.
Seppen þat ich here regni gan,
Y no fond so folehardi man,
425 þat hider to ous durst wende,
Bot pat ichim wold ofsende."
„Lord", quap he, „trowe ful wel,
Y nam bot a pover menstrel,
And, sir, it is be maner of ous
430 To seche mani a lordes hous;
þei we nouȝt welcom no be,
ȝete we mot proferi forp our gle."
Bifor be king he sat adoun
And tok his harp so miri of soun
435 And temprep his harp, as he wele can,
415 ysene H sen O. al þing H all þis þ. O.
416 He fel on knees H, On kneys he fell O.
417 And besouȝt hym H And seyd lord O. ȝif his H and þy O.
418 woldyst O. þat he wolde of his mynstrelsy her H.
419 þen sayde p. k. HO. man] fehlt HO.
420 þat heper arte O.
421 Myself ne H I nore O. wipin H.
422 Never sende H, Never ȝit sent O.
423 Sep y pis kyndam furst bygan H.
Never sep þat my reyn began O.
424 Fonde y non H, Fond i never non O. fole] fehlt HO. a man H.
425 hider durst come ne w. H.
426 iff O. ichim wold] y aftur hym H i wold after hym O. sende HO.
427 Sir he seyde HO. y trow HO, ful] fehlt O.
428 ame O. Y holde it soþ sir every dele H.
429 Forsobe it is H And ȝit it ys O.
430 For to O. come to every 1. H. gret 1. O.
431 And pouȝ H, And þoff O. no] fehlt HO.
432 mot] most H behovyh to O. forp) fehlt HO. game or gle H.
433 set hym downe H, sette hym done O.
434 so miri of] of mery H, schyll of O.
435 temperd yt O. fehlt H. ful wel H.

And blisseful notes he per gan,
pat al, þat in be palays were,
Com to him forto here,
And liggep adoun to his fete,
440 Hem þenkep his melody so swete.
þe king herknep and sitt ful stille,
To here his gle he hap gode wille,
Gode bourde he hadde of his gle,
be riche quen al so hadde he.
445 When he hadde stint his harping,
pan seyd to him þe king:
„Menstrel, me likep wele bi gle,
Now aske of me what it be,
Largelich ichil pe pay,
450 Now speke and tow miȝt asay."
„Sir", he seyd, „ich biseche be,
patow woldest ȝive me
þat ich levedi briȝt on ble,
þat slepep under be ympetre."
455 „Nay", quap be king, „þat nouȝt nere!
436 Many mery H, A blyssedful O. note O. he began нo.
437-440] fehlt H, in O hinter 444.
C
437 þat al Men O. castell O.
438 C. hys herpe f. t. h. O.
439 felle dounne O.
440 þey pouȝt hys m. was so swete O.
441 behelde and sat H, sate wele st. O.
442 harpyng H, herpe O. he hap] h. had H, wip ryȝt O.
443 f.] fehlt H. 443 Wele hym lykyd to here hys gle O.
444 q. so doyd sche O.
445 And wh. O. he left H, he stynt O. of h. h. HO.
446 To hym s. H, To h. þan s. O. þat ryche k. H, þe r. k. O.
447 lykes O. ryȝt wele H.
448 What þing þat þou aske of me H. And what pou wyll aske of me O.
449 Largely HỌ.
450 Sp. n. O. may O. þerfor aske now and asay H.
451 Now lord O. he seyd] fehlt O. pray HO.
452 wold O. ȝiff to O. ȝif it ȝour wyl be H.
453 ȝif me þat 1. H, þe feyr O. of ble HO.
454 lype ȝonde H.
lyȝet O. þis y. O.
455 he sayde HO.
as it nouȝt ner H, þat pouȝt i never O.

A sori couple of ȝou it were,
For pou art lene, rowe and blac,
And sche is lovesum wipouten lac.
A loplich þing it were for þi
460 To sen hir in þi compayni."
„O sir", he seyd, „gentil king,
ȝete were it a wele fouler þing
To here a lesing of pi moupe,
So, sir, as ȝe seyd noupe,
465 What i wold aski, have y schold,
And nedes pou most þi word hold."
be king seyd: „Seppen it is so,
Take hir bi be hond and go.
Of hir ichil patow be blipe.“
470 He knelyd adoun and ponked him swipe,
His wiif he tok bi pe hond
And dede him swipe out of pat lond
And went him out of pat pede,
Riȝt as he come be way he ȝede.
456) fehlt H. foule coupull O.
457 lene] fehlt HO.
458 lovesum] made H, fehlt O.
459 foule couple H, foule þing O.
460 To lete hur com H, To se h. go. O.
461 Lord HO.
462 hit wer HO.
ryche k. H, pou r. k. O.
it w. O. wele] fehlt HO.
464 To me as pou saydest noupe H. þat pou me seyst nowȝe O.
465 þat y schulde have what y wolde HO.
466 A kyngis worde most nede be holde H. Bot nedys a kyng word mot hold O.
HO schieben ein: þou sayst sop seyde þe kyng þan Forsobe pou art a
trewe man H.
be ryche king spake wordes þan And seyd þou arte a
trew man O.
467 Y wol wel þat it be so H, þerfor i grante þ. it be so O.
468 þan t. O.
469 of hir] vor be H, hinter be ([OCR gap]).
470 And he hym þanked mony a syp H. He þankyd hym a hundreþ sype O.
471 He toke hur by þe hond (hende H) anon HO.
472 Wip ryȝt gode wille þey can out gon H. And fast went for p oute of þat wone O.
473 Fast he w. H. Fast þei hyed O. him] fehlt HO. stede H, palas O.
474 came out he 3. H. And went per wey pourow grace O.
O schiebt ein: To wyldernes boð forð þei geþ And passyp over holtys and hep.

475 So long he hap be way ynome,
To Traciens he is ycome,
þat was his owhen cite;
Ac no man knewe, þat it was he.
No forper pan þe tounes ende
480 For knoweleche ne durst wende.
Bot wip a begger ybilt ful narwe,
per he tok his herbarwe
To him and to his owhen wiif
As a minstrel of pover liif,
485 And asked tidings of pat lond,
And who be kingdom held in hond.
þe pover begger in his cote
Told him everich a grot:
How her quen was stole owy,
490 Ten ȝer gon, wip fairy,
And hou her king in exile ȝede,
Bot so man nist in wiche pede,
And hou be steward be lond gan hold,
And oper mani pinges him told.
495 Amorwe oȝain none tide
475 So long þey have undernome H, So lo he hys wey þer nom O.
476 þat to H. Winchester A, Crassens H. þey wer HO.
477 þat sum tyme H, some O. her o. H.
478 But H, Bot O. wyst þey weren he H.
awne O.
479 f.] fehlt HO.
481 f.] fehlt H. 481 Wip a pore man he reste þat nyȝt O.
482 per he pouȝt to byde apliȝt O.
483 f.] H stellt um. 483 Unto O. owhen] fehlt O. He herbored hym and
hys wyfe H.
484 Wip a begger H. herpere O.
485 He a. H. pe l. H.
486 And who þen had H Who þat þe k. O.
487 In þat same tym þat old man O.
488 Anon told H, He told O. all þat he can O.
489 And how O. fet H, twyȝt O.
490 Of be londe forsope to say H. Into be lond of Fayrey O.
491 þe k. HO. inexile] aftur þem H, exiled O.
492 Bot] fehlt H.
wyst into what stede HO.
493 how] now H.
kyndam HO. gan] dop H, fehlt O.
494 Mony tydynges H. And many oper wonders O. he hym þen H.
495 03ain) fehlt H. at þe n. H, þe n. O.
1

He maked his wiif per abide,
be beggers clopes he borved anon
And heng his harp his rigge opon
And went him into pat cite,
500 þat men miȝt him bihold and se:
Erls and barouns bold
Buriays and levedis him gan bihold.
„Lo", pai seyd, „swiche a man!
How long be here hongep him opan!
505 Lo, hou his berd hongep to his kne!
He is yclongen al so a tre!"
And as he ȝede in pe strete,
Wip his steward he gan mete,
And loude he sett on him a crie:
510 „Sir steward", he seyd, „merci!
Ich am an harpour of hepenisse,
Help me now in þis destresse!"
be steward seyd: „Com wip me come.
Of pat ichave pou schalt have some.
515 Everich gode harpour is welcom me to
For mi lordes love, sir Orfeo."
In pe castel be steward sat atte mete,
496 made HO. þe quene H, hys q. O. to abyde O.
497 He toke hys harpe ryȝt anon H. Forsop he toke hys herpe anon O.
498 Into be towne (syte O) he can gon HO.
499-506] fehlt H. 499 And when com O. pe O.
500 Many a man com hym to se O.
501-504 Men and wyves and maydinse bold Fast þey com hym to behold
O.
Also þey seyd everychon How þe mosse grew hym upon.
505 Hys b. is growyn to þe k. ([OCR gap]).
506 Hys body O. clong as O.
507 f. H stellt um. 507 As he cam H, As þe kyng went O. by H.
508 His owne st. H.
509 f. He set hym doun on his kne And sayde lord help for charyte H
And fell on kneys wip grete þyte And seyd lord for charyte O.
511 pore mynstrel H.
512 now] lord H now iord O. at þis dystres H.
513 сит O.
514 Of my gode HO.
515 f. HO stellen um. 515 All mynstrellys H, All herpers O. ben H, be O.
HO schieben 2 vv. ein: Anone þey went into be halle pe steward and
pe lordys all (in O umgestellt).
517 In pe castel] fehlt HO. wasched and went H wessch and went O. to m. HO.

And many lording was bi him sete.
per were trompour and tabourers,
520 Harpours fele and crouders.
Miche melody þei maked alle,
And Orfeo sat stille in pe halle
And herknep. When bei ben al stille,
He toke his harp and tempred schille,
525 þe blissefulest notes he harped pere,
þat ever ani man yherd wip ere;
Ich man liked wele his gle.
be steward biheld and gan yse
And knewe pe harp als blive:
530 „Menstrel", he seyd, „so mot pou prive,
Where hadestow pis harp and hou?
Y pray pat pou me telle now."
„Lord", quap he, „in uncoupe pede
purch a wildernes as y ȝede,
535 þer y founde in a dale
Wip lyouns a man totorn smale,
And wolves him frete wip tep so scharp.
Bi him Y fond þis ich harp;
518 And all lordys weren ysete H. þe lordys all began to sytte O.
519 f.] fehlt H. þer wer hepers (sic!) and trumpers And mynstrellus and
grete renounys O.
521 þer was merbe in halle H. þer w.
grete myrp i. þ. h. O.
522 When Orpheo sat wipin þe wall H.
Kyng Orfeo sate among þem alle O.
523 When þ. H And lystynd to weren H al] fehlt O.
524 h. þat was schille H.
525 f.] fehlt H.
525 blifulest A, meryest O. note O. made O.
526 þat every m.
myȝt here w. e. O.
527 All þei 1. O.
And pleyde fast wip þe gle H.
528 loked H. to se H. po rych stewe (?) so dyd he O.
529 knowe H wel bl. H. pe steward pe harpe knew full svyp O.
530 And seyd m. O. as pou most H.
531 had pou H hades þoи O.
532 Tell me now syr (fehlt O) for þy prowe HO.
533 he seyde H. londe H. A lord in a mournyngtyde O.
534 wyld forest i z. O. By a forest y hit per fonde H.
535 f. Y syz a man draw ful smale It lay by hym in a dale H.
A man wiß lyons was drawyn smale I fond hym lyȝeng in a dale O.
537 f.] fehlt H. Etyn he was O.
538 þis ryall h. O.

Wele ten ȝere it is ygo."
540 „O", quap pe steward, „now me is wo!
þat was mi lord, sir Orfeo.
Allas wreche, what schal y do,
þat have swiche a lord ylore!
Away, pat ich was ybore!
545 þat him was so hard grace yȝarked
And so vile dep ymarked!“
Adoun he fel aswon to grounde,
His barouns him toke up in þat stounde
And tellep him hou it gep,
550 It nis no bot of manes dep.
King Orfeo knewe wele bipan
His steward was a trewe man,
And loved him, as he auȝt to do,
And stont up and seyt þus: „Lo,
555 Steward, herkne now þis þing:
ȝif ich were Orfeo þe king,
And hadde ysuffred ful ȝore
In wildernisse miche sore.
And hadde ywon mi quen owy
539 Now it is
540 Alas HO.
541 Hit H.
H Nyȝhe O. wynter HO. agone H, ago ([OCR gap]).
seyde þ. st. HO. now] fehlt O. and made grete mone H.
542 Alas he seyd O. Alas þat ever he ȝede us fro H.
543-550] fehlt H.
543 f. And for my lord þat happyd so Alas he seyd
þat me is wo O.
545-548 þat so evyll dep was merkyd And so hard grace hym be happyd.
On swon he fell in þe halle þe lordes com befor hym alle And toke hym
up sone anon And comforþ hym everychon O.
548 baronns A.
549 told O it] þis werld O.
550 þer is O.
5õl þe kyng behelde þe steward þan HO.
552 And wyst he H, And seyd he O.
553 f.] fehlt H.
554 sterte up O. pus] fehlt O.
555 Syr stuerd lystyns O. To hym he seyde wipout lesyng H.
556 Syr he seyde y am H. O schiebt ein: perfor stewerd lystyns to me
Now pou may be kyng her se.
557-560] fehlt H. 557 I have wonnyd ten wynter and more O.
558 wip mekyll s. O.
559 have wonne O: 560 Out of be lond of Fairy,
And hadde ybrouȝt be levedi hende
Riȝt here to be tounes ende,
And wip a begger her in ynome,
And were miself hider ycome
565 Poverlich to be pus stille,
For to asay pi gode wille;
And ich founde pe bus trewe,
pou no schust it never rewe:
Sikerlich for love or ay
570 pou schust be king after mi day.
And gif pou of mi dep hadest ben blipe,
pou schust ben voided al so swipe."
po al po, þat perin sete,
þat it was king Orfeo underȝete,
575 And be steward him wele knewe,
Over and over be bord he prewe
And fel adoun to his fet,
So dede everich lord, þat per sete,
And al pai seyd at o criing:
580 „ȝe bep our lord, sir, and our king!"

561 f. H stellt um. 561 Y have H, And have O. my lady H, pat
Andy O.
562 Riȝt] fehlt HO. at H, unto O. þis t. O.
$563-580] fehlt H. 563 And our in was þer inomme O.
564 And myselve to be courte come O.
565 þus in beger wele ful styll O.
567 And for O.
568 perfor pou schall O.
569 For be me lyve O.
570 schall O.
571 have of my dep blyp O.
572 ben] have A. schuld be hangyd O.
573 All þe lordes þat þerin sette O.
574 þat was þe k. þey u. O.
575 And wið þat word O. wele] fehlt O.
576 And over þe b. anon h. þ. O.
577 And fell anon dounne O.
578 And so dyd all O.
579 wip a cryeng O.
580 Welcum our Orfew pe kyng O.

Glad pai were of his live,
To chaumber pai ladde him als blive
And baped him and schaved his berd
And tired him as a king apert.
585 And seppen wip gret processioun
pai brouȝt be quen into pat toun
Wip al maner menstraci.
Lord, þer was grete melody!
For joie þai wepe wip her eiȝe,
590 þat hem so sounde ycomen seize.
Now king Orfeo newe coround is
And his quen dame Heurodis,
And lived long afterward,
And seppen was king be steward.
595 Harpours in Bretaine afterpan
Herd, hou þis mervaile bigan,
And made herof a lay of gode likeing
And nempned it after be king:
pat lay Orfeo is yhote,
600 Gode is pe lay, swete is be note.
pus com sir Orfeo out of his care.
God graunt ous alle wele to fare.
581 þe lordys sterten up anon And maden hym to chamber gon H.
Off hys comyng þey wer blyp And brouȝt hym to a chamber swyp O.
583 f.] fehlt H. 583 schave O. 584 kyng in wede O.
585 Wip merþe joy and p.
586 þey fet H. þorow þ. t. O.
587-588] fehlt H. O stellt um: Of yche m. m. O.
588 For þer w. myrþ a. m. O.
589 f.] fehlt HO.
591 f.] fehlt H. þer he was crouned new iwys O.
592 So was pe q. O.
593 þer þey lyved gode lyfe a. H. levyd long afterwerd O.
594 þe trew st. O. And sype was pe kyng stewarde H.
595-600] fehlt H.
595 of Bretayn herd
596 How þis aventour was begon O.
597 herof] fehlt O. grete l. O.
598 callyd O.
599 þat Orfeo hyȝht as men wele wote O.
(unlesbar) O.
601 þus cam þey H. þus endes here Orfeo þe kyng O.
602 ȝeve H. alle] fehlt H. hys blyssing O.
8*

H hat noch folg. vv.: And all þat have herde þis talkyng,
In hevenblys be his wonyng.
Amen Amen for charyte,
Lord us graunt þat it so be.
O hat noch folg. vv.: And all þat þis wyll here or rede
God forgyff þem þer mysded
To be blysse of hevyn þat þey may com
And ever more þerin to wonne.
And þat it may so be
Prey we all for charyte.


Anmerkungen (Textual Notes)

O beginnt mit 6 versen, die, ohne in irgend welchem zusammenhang mit dem folgenden zu stehen, eine der üblichen frühlingsschilderungen liefern und wohl als zusatz zu bezeichnen sind. Die einleitung (v. 1-24), welche in A weggeschnitten ist, habe ich nach H ergänzt, weil diese handschrift mit der dem texte zu grunde gelegten A genauer übereinstimmt als O. Dieselbe einleitung ist verwandt bei der englischen bearbeitung des Lay le Freine der Marie de France (Weber, Metrical Romances I 357 ff.), welche bearbeitung gleich unsrer hs. A im Auchinleck-ms. enthalten ist. Dort lautet die einleitung wie folgt: We redeth oft and findeth ywrite And this clerkes wele it wite Layes that ben in harping Ben yfounde of ferli thing: Sum bethe of wer and sum of wo Sum of joie and mirthe also And sum of trecherie and of gile Of old aventours that fel while; And sum of bourdes and ribaudy And many ther beth of fairy; Of al thinges that men seth Maist o love forsothe thai beth; In Breteyne bi hold time This layes were wrought so seith this rime. When kinges might our yhere Of ani mervailes that ther were,

Thai token an harp in gle and game And maked a lay and yaf it name. Now of this aventours that weren yfalle Y can tel sum ac nought alle: Ac herkneth lordinges sothe to sain Ichil you telle Lay le Frain. OIII. Aowys Bäche. Die wörterbücher weisen das wort für das ME. nicht auf; doch ist die bedeutung durch das AE. flôwan (fluere) und durch das NE. subst. How sichergestellt. Der parallelismus mit dem nächsten verse lässt wohl nicht zu, Aowys als verb und spryng als subst. aufzufassen. OVI. prevyp (they thrive) für das gewöhnlichere provyp; Chaste Wife 272 steht preve in der bedeutung „prüfen". 3. herpynges O; der plural ist mir sonst nicht bekannt. 4. frely (AE. fréolic) ingenuus nobilis; Lay le Freine 4 schreibt ferly (wonderful). Die reimpaare 7:8,9:10 sind in H umgestellt; ich nahm die reihenfolge von O auf, weil dieselbe zu der im Lay le Fr. stimmt. 12. moost to lowe, wie H schreibt, giebt keinen sinn und ist wohl hörfehler für o lowe, welches Lay 1. Fr. schreibt. lowe glaubte ich nicht in love ändern zu dürfen, weil Halliwell ein lowe love nachweist. 14. forp ygete H, forp brouȝt O. Vgl. John Trevisa (Mätz.) p. 183: pe children þat were igete and ibrouzt forp; Pricke of Consc. 443: he was geten and forp brouȝt. Die bildliche anwendung des ausdruckes ist bei Mätz. Gloss. nicht belegt. 20. it auffallender weise auf den plural layes bezogen. 21. befalle. Vgl. Cant. T. Prol. 795 of aventures þat whilom han 25. Hier setzt A ein. Der vers ist zu lesen: Orféo wás a king. Der eigenname rechtfertigt die fehlende senkung, so dass es nicht nöthig scheint, durch aufnahme eines epithetons nach H oder O den vers zu bessern. 26. Statt des von A gebotenen In Inglond, welches den schauplatz der handlung nach England legen soll (vgl. p. 26), habe ich die lesart von H in den text gesetzt. Das in his time „seiner zeit" erscheint auch sonst: in his tyme he was full bolde Ipom. 5; in his tyme swich a conquerour Chauc. Kn. T. 4.

  1. Ungewöhnliche stellung des adverbialisch gebrauchten bo. Vgl. dagegen bope squier and kniȝt 84. 35. harpour ist durch den reim auf honour gesichert; daneben bestand die vom AE. stammende form herper fort. 36. O weist den partitiven genitiv auf: of mekyll honour; vgl. auch of pe rynd O 258. 39. noping H von der auffrischenden hand in non geändert. 42. Weshalb Ritson für ever der handschrift onus einsetzte, ist nicht zu erkennen. Die präposition ist nachgestellt. Vgl. pe king to 117, him bisides 279 301, hem bi 299, him al about 282, his rigge opon 498, me to 515, us fro 542 H, Orpheo sat biforn - war dem O. überlegen. 43. And he myȝt her He schulde pinke ist aufzufassen: And he þat myȝt ... 46. Der zu lange vers in H liesse sich leicht nach O bessern. 49. þe king hadde a. q. o. p. A. A schob nach 48 zwei verse ein und musste pe king wiederholen; ful feyre in H sieht einem flickworte ähnlich. 54. fairnise in A vielleicht schreibfehler, da sonst -nisse geschrieben wird: 53 558. 60. anouȝ; das präfix a- für AE. ge- scheint mehr dem nördlichen dialekte eigen zu sein. Im Tristrem erscheint es öfter: I 93, II 38 56 59 94, III 89, daneben auch ynouz II 44, III 17 74 89. Auch im Beves treten auf adrawe 241, aslawe 2689. Gregor (Schultz) und Gen. & Ex. haben durchweg die form anouȝ. 64. to pley hyr O. sehr beliebt. Trist. II 3. Weitere belege giebt Mätzner Sppr., I, p. 375. Auch in manchen dialekten Norddeutschlands ist „sich spielen" in häufigem gebrauch. Der reflexive gebrauch dieses verbs ist Launf. 659, Emare 689, B. Flor. 525. 74. to be undryntyde wer gon O. Hier und in v. 523: to pey wer styll wird to als conjunction gebraucht, wie sonst til. Weder Stratm. noch Mätz. Gr. erwähnen diesen gebrauch von to. Hall. 878 citirt ein to þai unto þe cite wanne. Vgl. auch: to seven ten winter weren agon Greg. (Schultz) 942. þe kyng þere soiourned to he was hoole Alis. 5902. 77. þer hondes O ist schreibfehler für her h.

  2. Vor it ist vielleicht ein þat oder til einzusetzen. wete = wat humidus. tyl þat sche can blede H. Ueber die verbindung von pat mit anderen conjunctionen vgl. Mätz. Gr. III 413. A hat nur seppen þat 423, O hat if pat 167, or pat 188, when þat 213. 80. reneyd weiss ich mir nicht anders zu erklären als von renege, welches Hall. 677 citirt, also = renegata „sie war von ihrem verstande verlassen". O hat ravysed (= ravished v. frz. ravir). 85. awede wold „toll werden wollte" ist in HO durch awey wold ersetzt worden. 86. at hold. at beim inf. = to ist mehr den nördlichen: dialekten eigen. Im Yw. erscheint es oft, zuweilen auch im Trist. Vgl. Mätz. Gr. III 61. 89. wer came H ist schreibfehler. 92. Ueber den adverbiellen gebrauch von fine vgl. Zup. zu Guy 9086. 94. Das verb der bewegung ist ausgelassen. Ebenso 85 O, 94 127 128 294 314 376. Vgl. zyt schall ȝe never in bedde me by Bone Flor. 1000; þat hye was wið þe kniȝt owy Lay le Fr. 296. Vgl. auch Zup. zu Guy 855. 98. O schreibt chamer (ms. chams); diese form wird von Mätz. Gl. 550 bei Wright Voc. 178 nachgewiesen; nach Hall. 239 ist sie noch in Somerset gebräuchlich. 106. as ony lede H bleich wie blei; ein anderer vergleich mit dem blei: as heavy as þe led Alexius (Schipper) 444. 111. i crye pe mersye O; zu bemerken der doppelte acc. bei crye; ebenso Yw. 3805. 119. dedyd O giebt keinen sinn und ist wohl schreibfehler für wedyd; d und w sehen im ms. einander ähnlich. 123. delen in A „sich trennen"; für diesen gebrauch des verbs giebt Mätz. Gloss. 580 beispiele. 129. nay = ne ay nimmermehr. do way O; der objectlose gebrauch des ausdrucks ist bei Mätz. Gloss. 655 nicht erwähnt. þat nouȝt nis, vgl. þat nouȝt nere 455. 132e O. overpassyd ist im ME. mir nur noch aus Eglam. 256 bekannt. 132g O. whe. Der strich über dem e, welcher das n bedeutet, ist vergessen.

  3. Die verbindung der beiden parataktischen negativen sätze ist in den 3 hss. verschieden: ne nouȝt - no ne A, ne ne ne H, not ne not O. Die starke häufung der negationen ist im ME. nicht selten: ne con i saien no falsdom ne non i ne schal Dame Siriz 66. Vgl. Mätz. Gr. III 367. 143. Der unterschied von stede streitross und palfray equus ambularius wird in unserm gedichte nicht gewahrt; vgl. 154, wo A und H palfray, O stede hat. Die bezeichnungen des rosses sind im ME. zahlreich: das streitross wird genannt: stede destrer juster rabit, das leichtere pferd: palfray hakenay courser rounci amblere somer; hors ist indifferent; genau werden die unterschiede nicht festgehalten, vgl. Lyb. Disc. 120, wo destrere damenpferd ist. 167. ylet = tardare Stratm. 168. þou worst yfet. Hund O kennen das verb wor þe schon nicht mehr und umschreiben das passiv mit schalt be. Vgl. v. 172. 179. amorwe hat stets die bedeutung „am folgenden Tage", während to morow „morgen" bedeutet; vgl. 163 495. Beweise sind stellen wie: amorwe when it was day Trist. II 9; Rich. 1047; Bev. 1973 755 3345; amorwe as soon as it was lyȝt Rich. 5561; amorwe when he it hadde ifonde Bev. 1710; amorwe þe barouns gonne arise Bev. 3052. 186. and cast hem þere for to byde H. Für den reflexiven gebrauch von cast in der bedeutung „sich anschicken" giebt Mätz. Gloss. I 404 einige beispiele; vgl. auch das subst. caste Absicht, Plan, Bone Flor. 1406. caste in der bedeutung „denken" Erle of Tol. 203. 204. wite AE. witian providere. Vgl. wite his soule fro helle pine Hav. 405; wite pou þis knave Hav. 559; wite him fro harm Will. of Pal. 257; and wited him so wisly Will. of Pal. 176. 216. dop ȝour best. Vgl. Pilat bad hem do har best Fall a. Pass. (Mätz.) 131; do forð þi best Yw. 2438. 229. algate = in all ways, by all means, always; gate ist verwandt mit altnord. gata, goth. gatvo, Ahd. gaza. via. Andere zusammensetzungen mit -gate sind: negate = noways und pusgate = suchway. 230. dede him out atte ȝate „er machte sich fort". Ebenso 472. Beispiele für diesen nicht eben häufigen gelrauch des

wortes giebt Mätz. Gloss. 655 f. Zu out at stellt sich in at 345. Die beiden präpp. out und in werden oft mit at verbunden: out at Alis. 547; Wright Anekd., p. 107; in at Bev. 1369 1921 2906; Degrev. 610 615; Rich. 1086. Die verbindung out of ist jedoch die gewöhnlichere: 234 473 560. 231. Aehnlicher ausdruck erscheint in folgg. vv.: pere schuld no man wip him gon Am. a. Am. 1414; most per no man wip him gon das. 1418. 232. for pe maysterye O. maysterye, meist maistrie geschrieben, heisst herrschaft, meisterschaft, kunst, kunstwerk, befehl, sieg, geschicklichkeit; auch wird der ausdruck als blosse steigerung eines epithetons verwandt; so hier und Launf. 956 f.: In þe arsouns before and behynde Were twey stones of Ynde Gay for pe maystrye. Hier also == „eine gewaltige klage“. 235 f. Dieselben vv. wiederholt O nach 474. Vgl. auch: þurch feld and þurch wode hye gep And passyp over a wild hep Lay le Fr. 141 f. 237. ays, frz. aise, eise, bequemlichkeit, freude; gegensatz: malais 238, missays 260. 239. ywêd subst. kleidung; ein verb wêde ist nicht belegt. fowe and griis, häufige zusammenstellung, vgl. MHD. fêh unde grâ. S. die anm. Scott's zu Trist. II 9. 248. kneland in A ist nördliche form für das dem dialekte des originals angemessenere kneling oder kneleing. Vgl. oben p. 83. 252. deynté leckerbissen, NE. dainty. Derselbe vers erscheint Rich. 1778. 254. his fille of rote „seine genüge", „seinen bedarf". Vgl. mete and drynke geve me my fylle Guy 7889; to drynke of water but my fylle Guy 8110; Gye had of yoye hys fylle Guy 7109; to drynke all hys fyll Lyb. Disc. 1346; of poyntes of armys he schewyd hur hys fylle Eglam. 680; and se þe mayden all zoure fylle Ipom. 184; and þis lady of venery had hyr fille Ipom. 415; and playde wiß her all his fylle Rich. 918; fight wip þee all my fill Sir Degree (Percy Fol. ms. III) 782. 256. lite A wäre in lut zu ändern wie der reim: frut und der dialekt des originals fordert; vgl. oben p. 47. 259. Das schwache part. pf. dwyned in O findet sich erst bei Will. of Pal. und Chauc. (Stratm.) 260. Für tochine A hat O toschend, offenbar aus tochyned entstanden, welches Stratm. aus Holy Rood 142 nachweist.

  1. Die lesart von O pe suffyr ist unverständlich. 264. to hys gyrdellsted it drowȝe O. Zu bemerken ist die intransitive bedeutung von drazen „sich erstrecken". 269. at his owhen wille; derselbe ausdruck erscheint Percev. 788 1705. Vgl. Halliwell's note zu dieser stelle. 275. afine gehört mit jenem for pe nones, for pe maytrie u. a. zu den ausdrücken, welche zwar den sinn des satzes kräftiger hervorheben, aber doch als flickwörter zu bezeichnen sind und hauptsächlich zur herstellung des reimes dienen. Auch afine steht an allen stellen, wo ich es belegen kann, im reime. Die etymologie des wortes ist noch nicht sicher festgestellt; die früher angenommene herleitung vom frz. enfin ist wohl nicht glaublich; Zupitza (Zsch. f. öst. g. 1875, p. 140) leitet es ab von al fine; es hätte dann die bedeutung „ganz schön, recht sehr", also einfach die einer verstärkung des vorhergehenden begriffs. Vgl.: (he) gaf him comfort gode afin Bev. 710; mete and drinke þai hadde afyn Bev. 2125; derselbe vers Launf. 343; a noble man wis afyn Bev. 2377; þe beschop was glad afyn Bev. 2401; icham nu glad wel afyn K. of Tars 780; when þey wer well at ese afyn Emare 913. beff and brop gode afyine Sev. Sag. 1106. 278a H albydene (allbedene 132a O). Zupitza (zu Guy 2408) will das wort aus mid ene herleiten; doch scheint dieser annahme das dem albedcne offenbar entsprechende al be selve Bev. 2691 zu widersprechen. Freilich genügt die gewöhnliche ableitung von bi ene auch nicht, da das d unerklärt bleibt. Die bedeutungen des wortes sind: zusammen, zugleich, sogleich; doch wird es fast immer als flickwort im reime verwandt. 287. him dat. ethicus. 288. as a gret ost lässt sich zwiefach erklären: „er sah es wie ein grosses heer vorüberziehen" oder, indem man te als conjunctiv fasst: „wie ein grosses heer bei ihm vorüberzieht“. Der wechsel der tempora ist nichts unerhörtes. Der ersteren auffassung ist wohl der vorzug zu geben. 292. baners reimend auf fers, also oxytonon; die moderne betonung báner findet sich in der zeit der abfassung unseres gedichtes auch schon zuweilen: brode baneres blusnand of gold Allit. P. 2, 1404. Chaucer betont stets báner Kn. T. 1552 1725 1728.

  2. gisely „artig" von gise, NE. guise, gebildet; von Hall. und Stratm. nicht aufgeführt. Vgl. degiselich 358. H liest disgysid „wundersam gekleidet“. 298. queynt pas „schmucken schritts", adverbialer acc. 299. talours, schreibfehler in A, war in tabours zu ändern. 300. al maner menstraci, ebenso 587; al maner ist wohl ursprünglich gen., vgl. mynstrels on al manere Guy 7101 und Zupitza zu Guy 11393. 307. game ist hier = wild, beute; ebenso 311 H, 313. 308. Als gegenstand der falkenbeize führen alle 3 hss. reiher und seeraben auf, A fügt hinzu entriche, O schwäne, H fasanen. Was das original hatte, wird schwerlich festzustellen sein. Den seeraben finde ich sonst nicht in den romanen als gegenstand der falkenjagd genannt. 311. Vgl. Chauc. Frank. T. 461: and how faukons han þe heron slayne. 314. pidey in H ist schreibfehler. 316. peper O für pyder 314 ist wohl angelehnt an pepen; ich weiss es nur noch zu belegen aus Eglam. 432 þedur. 325. Derselbe vers erscheint Thom. a. Bek. (ed. Black) 1274 und Rich. 3442. Aehnliche stellen erscheinen mehrfach bei Chaucer: Non. T. 120; Doct. T. 234. 326. Das dede in H nimmt das ran doun in 325 wieder auf: „auch aus seinen augen rannen thränen". Aehnlich 578, 444 O; Bev. 580; Rich. 2300; Yw. 2048 4025 น. ö. 337 f. Die stelle in H ist ganz undeutlich, beinahe erloschen. Forow in O muss schreibfehler sein. 338. whider so „wohin auch immer". 340. „um leben oder tod will ich mich nicht kümmern“. 341. spac. Stratm. setzt dazu Anord. spakr mansuetus; Hall. weist das adv. spakely an 2 stellen als quickly speedily nach, welche bedeutung dem promptus entsprechen würde, welches Stratm. mit fragezeichen versieht. H und O setzen für also spac ein as he spak; das adj. spac war ihnen wohl schon unbekannt. 345. in at vgl. anm. zu 230. a roche off stone O erscheint auch King Horn 73; Bone Flor. 1919. 346. after als adverb des ortes ist selten. Mätz. Gl. giebt 2 stellen, darunter eine aus Laz. Temporal gebraucht ist es wohl 376.

  3. wonderheize, wonderfele 399; die zusammensetzung von adjectiven mit wonder- ist sehr beliebt; auch substantive werden mit wonder- verbunden: wondercas Launf. 3; Chron. Egl. 844; wonderþing Chron. Egl. 956; on wondyrwyse Rich. 2635. 359. butras, NE. buttres strebepfeiler fehlt bei Stratm. u. Mätz. 361. bonsour gewölbe Hall. avowed muss hier die bedeutung covered oder adorned haben und ist vielleicht nur schreibfehler für anourned. O hat an der stelle amelyd „emaillirt", H weicht ab. 362. of ich maner divers animal; man kann allerdings annehmen, dass das gewölbe mit allerhand thierbildern verziert gewesen sei, doch liegt es fast näher in dem von O gebotenen amell „email" das richtige zu vermuthen; auch der reim mit al 361 liesse sich herstellen, da Launf. 270 die form amall bietet. Die schreibung amall fehlt bei Mätz. Gl. 363. wide wones; die lexica übersetzen wone mit habitation, dwelling. O bietet 472 den sg. wone. 365-368 in H schwer zu lesen. 365. on to biholde; on steht hier für þeron „der pfeiler, der am schlechtesten anzusehen war", d. h. „der am schlechtesten aussah". 366. burnist gold. In burnisse scheint sich frz. burnir „glätten" und ME. burne „brennen" zu vereinigen, da wir anderweit auch brent gold finden, Ant. Arth. 27, 4; 30, 4. Zu vergleichen ist das oft erwähnte frz. or cuit. bornyst sylver erscheint Allit. P. 1. 77. 369. „begannen die herrlichen steine zu leuchten". schone so cun H; cun kann nicht pl. pf. sein, muss vielmehr ein als adverb gebrauchtes adjectiv sein. Die ME. lexica geben keinen aufschluss. Am nächsten liegt an AE. cyn zu denken (Grein), welches aus der bedeutung congruus condignus wohl auch die von „herrlich, schön" entwickeln konnte. Hervorgegangen ist die lesart von H wohl aus dem pl. pf., den A bietet. 373 f. sind vielleicht zusatz von A; vgl. oben p. 26. 375. Prägnanter ausdruck, der den sinn hat: „vor diesem schlosse stiegen die damen ab und traten ein". 382. O setzt für ȝif, welches A hat, and; der conditionale gebrauch von and ist häufig und dauert auch NE. noch fort. Ebenso ist and gebraucht 567.

  4. liggeand A, vgl. Anm. zu 248. ful.... of folk „er sah innerhalb der mauern eine menge von leuten liegen, die .." folk þat were beispiele für den gebrauch des pluralen prädicats bei singularcollectiven giebt Koch, Gr. II2 § 71. 404. H. und O verflachen den ausdruck, indem sie den überaus oft verwandten vers þat he loved as his lyfe einsetzen. 410. tabernacle kann man wohl als den baldachin auffassen, unter dem der thron steht. Hall. übersetzt es mit ornamental niche. 421. H hat wifin me; ist wipin in der bedeutung des einfachen wiß noch sonst nachzuweisen? 432. O hat behovyh, wohl für behovyß verschrieben. Der persönliche gebrauch von behove (AE. bihôfian) ist selten. Mätz. Gl. giebt 2 belege. 440. hem þenkep. Die intransitive bedeutung, welche eigentlich dem AE. þyncan, ME. þinke þunke zukommt, ist auf AE. þencan, ME. þenke penche übertragen. 455. þat nouȝt ner eine wohl mit etwas ironie verbundene zurückweisung, welcher etwa unsere „damit wäre es nichts", „daraus wird nichts" zu vergleichen ist, welche ja auch als einfache ablehnung einer bitte gebraucht werden. 456 ist in H vergessen worden. 474. pourow grace O wohl zu übersetzen „auf gut glück"; ursprünglich lautete der ausdruck purh Godes grace, den wir häufig angewandt finden. Aus dem begriff „gottes gnade" entwickelten sich dann: wille gottes, schicksal, glück und endlich zufall. Vgl. hard grace 545 „misfortune“. 475. þe way ynome. Vgl. Launf. 94 533; Yw. 1483. H liest: So long þey have undernome; das simplex nime wird unter ergänzung von way in der bedeutung „gehen" verwandt (beispiele giebt Mätz. Spp. zu Christopher 33); für den entsprechenden gebrauch von undernime fehlen mir belege. Die wörterbücher geben keine auskunft. 477. Der mangelhafte vers in A würde sich leicht durch einfügung des von HO gebotenen sum tyme bessern. 480. for knoweleche; for wird hier in prohibitivem sinne gebraucht. 481. a begger ybilt ful narwe; zu bemerken ist der eigenthümliche gebrauch des ybilt, den ich sonst nicht zu belegen weiss. Die wörterbücher führen nichts entsprechendes an.

  5. to byde apliȝt O. apliȝt ist dem überlieferer von wohl durch das nyȝt des vorhergehenden verses suppeditirt worden, irgend welchen sinn hat es nicht, da von einer verpflichtung nicht die rede ist. 487. cote, AE. cot, hütte. 488. everich a grot. Die verbindung von everich mit dem artikel ist nicht häufig. Vgl. Mätz. Gr. III 156 276. grot „particula". 490. ten ȝer gon, einer der ältesten belege für den adverbialen gebrauch des part. pf. von go. 495. oȝain nonetide „gegen mittag". 499. went him; vgl. went hem 278a H. Der reflexive gebrauch von verben der bewegung ist häufig; bei wende ist er fast zur regel geworden. Koch, Gr. II2 § 15. 506. yclongen von clinge „mager werden, verdorren". 509. Die lesart von A lässt sich wohl erklären, indem wir on als oȝain oder to fassen: „er rief ihn an", doch bleibt der ausdruck ungewöhnlich und auffallend. HO ändern den reim und vereinfachen den ausdruck. 513. Ich glaubte das zweite come nicht als schreibfehler für das von HO gebotene home ansehen zu dürfen, möchte es vielmehr als inf. fassen oder als zweiten die aufforderung dringender machenden imper. 516. For mi lordes love sir Orfeo; diese stellung der zu einem genitiv gehörigen apposition ist die gewöhnliche; vgl. and broke my ladyes boure þe quene Ipom. 1441; pe emperours moßer William Will. of Pal. 5437 (mit Skeat's note); on þe maydenys halfe Blanchflowre Guy 687 (mit Zupitza's note). 525. blifulest in A wurde nach 410 u. 436 in blissefulest geändert. 528. O ist hier durch eine falte im papier durchaus undeutlich. 531. where hadestow þis harp? Aehnliche ausdrücke, in denen wir where fast mit „woher" übersetzen müssen, erscheinen öfter: where hadyst þou þis hatte Chaste Wife 116; where hadestow þis coupe of gold Am. a. Am. 2078. Der gebrauch erklärt sich, wenn man etwa ein part. nome ergänzt; vgl. where hadest pou þis garlond gayne Chaste Wife 410. 533. in a mournyngtyde O; das bekannte über der zeile lässt sich nicht anders als mit ur wiedergeben, also stehende

„in einer trauerzeit", in trauriger zeit". Vielleicht ist jedoch morwening oder morzening damit gemeint. 536. wip lyouns totorn; wiß und mid werden im ΜE. häufig beim passiv gebraucht, AE. ist der gebrauch nicht belegt. Vgl. Mätz. Gr. II 474. 545. hard grace; ebenso Yw. 1795. Vgl. anm. zu 474. 548. Schreibfehler in A: baronns. 550. bot, AE. bôt, Ahd. puoza, abhilfe, heilmittel. 551. bipan dadurch, afterpan 595 danach. Das adverb þan wird oft mit präpositionen verbunden, indem sich das aus dem acc. entsprungene ponne mit dem dat. pam mischte. Schon bei Laz. finden wir forpon propterea. Vgl. Mätz. Gr. II 514. 553. loved von AE. lofian, Ahd. lobên. 554. stont 3. sg. praes., vgl. fint 237, last 333, sitt 441. Auch seyt ist 3. sg. praes.; das hat sich vor folgendem in t verwandelt. 556. Zu bemerken ist die halb humoristische wendung mit ȝif; wir können uns etwa vorher ein hou? ergänzen. Die ganze rede des königs ist in der conditionalen form gehalten. 563. in, AE. inn, herberge. Ueber die etymologie des wortes handelt J. Grimm, Z. f. d. a. 7, 465. Zu dem ausdruck vgl. Seven knyȝtes han her har in ynome Launf. 112. 566. asay, frz. essayer. So auch Yw. 551; Will. o. Pal. 637 3754 4984. Dagegen 450 asay = AE. *gesecgan. onsicgan? 567. Vgl. Horn, beo me wel trewe, ne schal hit þe never rewe. K. Horn 377 f. Die persönliche construction von rewe als „bereuen" ist nicht selten; belege bei Hall. u. Stratm. Das wenig gebrauchte NE. rue wird ebenso construirt. 569. for love or ay „aus liebe oder furcht", ein oft benützter ausdruck „a proverbial expression not uncommon in the old English metrical romances" (Hall. 121). In den von Hall. Stratm. 2 176 und Skeat (Gloss. zu Will. of Pal. u. Alis.) citirten stellen ist die redensart durchweg in negativem satze und in negativer form gebraucht: for lowe ne for awe Will. of Pal. 5430; for love ne for aie Alis. (Allit. P. ed. Skeat) 1243; for lufe ne for eze Orm. 4481; ne for love to God ne for his awe von Skeat citirt nach Madden aus dem Speculum istius mundi Mss. Reg. 17 B. XVII. So auch: neiper for love nor awe Sir Degree (Percy's Folio ms. III) 621. Ganz dieselbe bedeutung hat for lufe or drede Yw. 2289; ähnlichen ausdruck

bietet das for wele ne for wa Yw. 2015. Der sinn der ausdrücke hat sich verflacht zu einer einfachen versicherung. Zupitza, Anz. f. d. a. 2, 17, hat recht, wenn er ME. u. NE. aze u. awe auf altnord. agi zurückführt; doch können wir das altnord. entbehren bei ay und aie, die ebenso richtig von AE. ege hergeleitet werden können, da der aus eg, ez entstandene diphthong in ME. hss. sich als ei, ey, ai, ay ohne unterschied darstellt. Vgl. bei den lauten unter ë und e. 570. after mi day „nach meiner zeit, nach meinem tode"; ebenso Trist. II 20; after is day Bev. 4378; after his daye Laz. I 7 (citirt von Mätz. Gl.). 572. Der sinn des verses muss sein: „so würdest du alsbald beseitigt worden sein"; have in A musste deshalb in ben verändert werden. O hat das voided präcisirt als hangyd; öfter erscheint noch als strafe: hong and todraw „hängen und (durch pferde) zerreissen": Bev. 434 1588 1684 3392 4196, oder in höchster steigerung: he schal beo slawe forbrent hongid and todrawe Alis. 4036. 576 ist wohl nicht anders zu fassen als: „er warf den tisch um und um". Mir ist der im NE. wohlbekannte ausdruck over and over im ME. sonst nicht vorgekommen. 579. at o criing „mit einstimmigem rufe". 581. Derselbe vers, wie ihn O bietet, wiederholt sich Alis. 5541: And of his comyng hy weren blife. 594. In H ist be fälschlich vor king gestellt. 601 f. Vgl. Sir Degree (Percy Fol. ms. III) 899 f.: And bus came be kniȝt out of his care. God grant us all well to fare. In A steht am schlusse des gedichtes: Amen; in H: Explicit orpheo Regis; in O: Explicet Orfew.


Schluss — The Orpheus Legend in Medieval Literature

Die sage von dem thracischen sänger Orpheus, der, um seine gestorbene gattin Eurydike wiederzuerlangen, in die unterwelt hinabstieg und die wiedergewonnene zum zweiten male verlor, hat die phantasie des mittelalters oft beschäftigt. Wir gehen wohl nicht irre, wenn wir annehmen, dass die kenntnis des abgesehen von vermutheten anklängen an noch ältere, uralte sagen verwandter völker griechischen mythus dem mittelalter nur aus den dichtungen Ovids (Met. X, XI) und Vergils (Georg. IV, 454 ff.) geflossen ist. F. Wolf (Ueber die lais, sequenzen und leiche, p. 55, 238-240) und K. Bartsch (Albrecht von Halberstadt und Ovid im mittelalter, p. CIV ff.) führen eine anzahl von stellen auf, in denen der sage gedacht wird. So sagt Froumund von Tegernsee (10. jh.) in einem gedichte ad Peringerum abb. Tegernseensem (Pez Thes. anecd. II, 1, 184): (si) dulcifer aut fabulas possem componere mendas Orpheus ut cantans Eurydicen revocat ..... Notker (bei Hattemer III, 158): To iu Orpheus musicus fone Tracia sînero chenun dôd chlagonde mit chareleichen keteta den uald kân unde die ahâ gestân. Ebenso Notker (Hatt. III, 333): Dir indenchentero chan der seito unde daz ziter sîn singen in traciscun, daz chît also Orpheus sang fone Tracia. In Heinrichs Eneit (94, 40 ff.) lesen wir: her was ouch wîlen gevaren Orpheus der mâre der gûte harphâre her wolde hie holn sîn wîb darumbe heter sînen lib selbe vil nách verlorn.

Gotfrit sagt (Trist. 47, 88-90): ich waene Orphées zunge der alle doene kunde diu doenete ûz ir munde. Von südfranzösischen dichtungen thut der sage erwähnung Flamenca (ed. Meyer) 640 f.: L'us dis de Pluto con emblet sa bella mollier ad Orpheu. Nordfranzösische dichter haben die Orpheussage bereits im 12. jahrh. bearbeitet, wie aus folgenden stellen zu erkennen ist: Lai de l'Espine (Poésies de Marie de France p. p. Roquefort I) 185 ff.: Le lais escoutent d'Aielis Que uns Yrois doucement note Mout le sonne ens sa rote apries celi d'autre commenche nus d'iaus ni noise ni ne tenche le lai lor sone d'Orphey. Roman des Sept Sages 27 ff.: et bien avez oï conter com Alpheus ala harper en enfier por sa femme traire Apolins fu si debonaire K'il li rendi par tel convent S'ele ne s'aloit regardant, an welcher stelle der Name Alpheus leicht durch den richtigen zu ersetzen ist. Floire et Blanceflor (p. p. E. Du Méril) p. 231: Une ymage i avoit formée D'or estoit grant com un vilains Une harpe tint en ses mains E harpe le lai d'Orphey. In der that existiren noch zwei französische Orpheusdichtungen. Die eine ist enthalten in dem ms. no. 179 bis der bibliothek zu Genf und trägt die überschrift: C'y s'ansuit dou menetrier qui avoit nom Orpheus qui fut querre s'amie en anfert. Herr 9*

prof. Ritter in Genf veröffentlichte dies gedicht, ein fragment, in dem Bulletin de la Société des Anciens Textes Français, 1877, No. 3, p. 99 ff. Die andere bearbeitung desselben stoffes ist enthalten in dem ms. no. 218 der stadtbibliothek zu Bern, in welchem sie einen theil von Guillaume de Machaut's Confort d'ami ausmacht und daselbst zur exemplificirung der freundestreue dient. In Tarbé's abdruck des Confort d'ami, der auf einem Pariser ms. beruht, ist die Orpheus-episode nicht enthalten und ich lasse deshalb wenigstens den anfang derselben im Berner ms. ohne änderung der überlieferung folgen: Descensus Orphei: Quant li bons poete orpheus Fu a toute sa harpe meus Pour aler erudice querre En vne trop estrange terre Et fut droit en la region Denfer ou fu sa mension Pour le serpent qui si la mort Ou tallou. quelle en ot la mort Desperance de larauoir Neust pour que quil a dauoir En tout le monde entierement Nil fust ale. mais vraiement Esperance. le conduisoit Qui ace fane. le duisoit Si sen ala a grant eslays Droit deuant le triste palais Denfer. ou mainte ame dolente Pleure. soupire. et se demente A lentree. de ce passage III dames ot. plaines de rage Et cestorent. a grans mestresses. Quelles sappelloient deesses Lune dorgueil. lautre denuie Lautre de toute tricherie La leurs crins. serpentins pignorent Et dautre chose ne seruoient

Que delles piguer et trecier Et toutes ames adrecier Faisoient. a linfernal flame Qui tous dis arc et tous dis flame Orpheus. qui sa harpe auoit Et qui sur tous. chanter sauoit Et de tous gentes. de musique Auoit le sens et la pratique Et en fu plus. souuerain mestre Que homme ne. ne qui fust auestre Sa harpe acorda sans delay Et ioua. son dolereus lay Et chanta de vois. douce et saine De si grant melodie plaine Qua sa vois. qua ses instrumens Fist cesser denfer. les torments ...... folgen noch 323 vv. über Orpheus. Y Neben diese beiden französischen Orpheusdichtungen stellt sich nun das englische gedicht, das den gegenstand dieses buches bildet, doch so, dass es zugleich in scharfen gegensatz zu jenen tritt. Während die uns erhaltenen französischen gedichte den klassischen mythus, wie er von Ovid und Vergil überliefert wurde, wiedergeben, hat das englische gedicht mit dem stoffe durchaus frei gewirthschaftet und daraus ein märchen mittelalterlich moderner art geschaffen. Unser gedicht bezeichnet sich als einen lai (v. 13 ff., v. 599) und macht den anspruch darauf aus Bretaine zu stammen (595 ff.), dürfte sich also zu der gattung erzählender poesie, die man lais bretons nannte, rechnen, eine bezeichnung, die auf das gedicht mit um so grösserem rechte anzuwenden ist, weil ein element der Artusdichtungen, die feensage, darin die bedeutsamste rolle spielt. Wir dürfen wohl die patriotische ansicht Ritson's, die er in der einleitung zu seiner romanzensammlung vertheidigt, unter Bretaine sei England zu verstehen, zurückweisend die Bretagne für die heimat ansehen, die das gedicht sich selber beilegt. * Sprechen doch auch jene beiden oben erwähnten stellen aus dem lai de l'Espine und Floire et Blanceflor von einem lai

d'Orphey, und ich wüsste nicht, was uns hindern sollte, in diesem, wie es scheint, wohlbekannten und beliebten lai das original zu dem englischen gedichte zu suchen. Ob wir jedoch in dem letzteren eine einfache übertragung zu sehen haben, oder ob und in wie weit der englische dichter eigenes hinzugefügt hat, muss wohl dahingestellt bleiben, so lange der französische lai, den jene beiden stellen meinen, nicht gefunden ist. Der französische ursprung unseres gedichtes wird auch wahrscheinlich durch die ganze art der erzählung und die darin verwandten situationen, die in französischen gedichten häufig wiederkehren. Daneben werden jedoch auch durchaus englische begriffe wie parlement (214) und steward (203 u. ö.) eingeführt. Die namen, unter denen held und heldin auftreten, weichen von der in den französischen gedichten üblichen form ab. Weder Orfeo, welches durch reime (vv. 118, 516, 541) gesichert ist, noch Heurodis, wie das Auchinleck-ms. meist schreibt, lassen sich aus den frz. formen Orphey und Erudice erklären, und wir müssen wohl annehmen, dass dem englischen bearbeiter der sage die namen in der antiken form bekannt gewesen sind.*) Die titel sir und dame, welche den namen meist vorangesetzt sind, sprechen entschieden für die französische abkunft des gedichtes. Ebenso auch der name der stadt Traciens, über welche Orfeo herrscht, da sich derselbe doch nur aus einem reis traciens erklären lässt. Wenn wir nun den klassischen mythus mit der erzählung vergleichen, die in unserm gedichte vorliegt, so ergiebt sich, dass von jenem eigentlich nichts übrig geblieben ist, als der Thracier Orpheus, der sein geliebtes weib durch überirdische gewalten verliert und durch die macht der töne wiedergewinnt. Während aber die antike sage einen tragischen abschluss findet, indem Orpheus die ihm wiedergeschenkte gattin durch eigne schuld zum zweiten male und auf immer verliert und endlich selbst unter den händen rasender weiber sein leben endet, lässt unser gedicht ganz im geiste mittelalterlicher poesie, die auch eine tragödie zuletzt gern glücklich hinausführt, um in dem *) Freilich bleibt hierbei das Hin Heurodis unerklärt; sollte vielleicht der name der Herodias, mit der sich ja die mittelalterliche mystik viel beschäftigte, einfluss ausgeübt haben? Vgl. die form Herodis, wie A 50 schreibt.

hörer das gefühl der befriedigung zu erwecken, die beiden wiedervereinten gatten ihr leben in gemeinsamem glücke beschliessen. Orfeo ist dem dichter ein mächtiger könig, abstammend von zwei königen Pluto und Juno, umgeben von grafen, baronen und lords und ausgezeichnet in der kunst des harfenspiels. Von seinem gesange, der nach dem antiken mythus der ganze ruhm des helden ist, wird nirgends gesprochen, wenngleich wir wohl annehmen dürfen, dass der dichter sich den harfner zugleich als sänger vorgestellt hat. Neben seiner harfenkunst, seiner macht, tapferkeit und curteysie wird von dem dichter, der selber spielmann war, seine gastlichkeit gegen spielleute hervorgehoben (v. 35 ff.), die auch als ungeladene gäste den edeln willkommen sind (v. 429 ff.). Fröhliches leben herrscht an der fürsten hofe, der trommeln und trompeten, harfen und fideln klang erhöht die freuden des mahles (v. 517 ff.). Die ritterliche lust der jagd und der reiherbeize wird selbst im feenlande gepflegt (v. 280 ff.) und an der letzteren nehmen vorzüglich die damen theil (v. 301 ff.). Dem könig steht in der regierung zur seite der steward, in dessen hände jener die herrschaft niederlegt, als er seinen kummer in die einsamkeit zu bergen sich entschlossen hat (v. 203 f.). Trifft die nachricht von seinem tode ein, so soll das parlament einen neuen könig wählen (v. 213 ff.).) X Das wichtigste moment der ganzen erzählung, das derselben ihren charakter aufdrückt, ist die einführung der feensage in den antiken mythus. Während nach diesem Eurydike durch einen schlangenbiss ihr leben verliert, wird die heldin unseres gedichtes nach vorher gegangener ankündigung, die ihr im traume zu theil wird, in's feenreich entrückt (v. 189 ff.). Das lond of Fairy verlegt unser dichter in das innere der erde; eine höhle von drei meilen länge bildet den eingang (v. 345 ff.). Diese örtlichkeit des feenlandes ist unserm gedichte eigenthümlich, da wir dasselbe sonst auf eine insel im ocean oder in dichte wildnisse verlegt finden. Y Das land ist schön wie das paradies und strahlt immer in hellem glanze, da die edelsteine, welche die königsburg schmücken, dann, wenn es nacht sein sollte, reiches licht spenden (v. 367 ff.). Die herrschaft daselbst führt ein könig mit seiner königin. Sie beide und ihre umgebung, ritter und damen, sind von

herrlicher schönheit und ihre kronen und kleider blenden mit ihrem glanze das auge des anschauenden (v. 413 f.). / X Nirgends wird angedeutet, dass die fairies, die übrigens nicht unter diesem namen auftreten, von menschlicher grösse oder gestalt abweichen. Zuweilen verlassen die fairies ihr land, um auf irdischen gefilden zu jagen oder sich an tanz und spiel zu ergötzen (v. 280 ff.). Ausser den fairies aber wohnen in dem lande auch menschen, die von der erde entrückt worden. Dass unter ihnen kindbetterinnen genannt werden (v. 398), erinnert an die sage, dass die feen ihre kinder nicht selber stillen können, sondern dazu sich menschlicher mütter bedienen müssen. Freiwillig ist vor Orfeo noch kein mensch in das zauberreich gekommen, und der könig ist arg erstaunt über das menschenkind, das ungerufen vor ihm erscheint. Ueberirdische kräfte stehen dem feenkönig zu gebote, und seine macht wird von den menschen anerkannt, denn weder Heurodis noch Orfeo wagen es, ungehorsam zu sein, als der feenkönig unter schrecklichen drohungen fordert, dass Heurodis sich am nächsten tage an derselben stelle, wo der befehl sie erreicht, einfinde. Durch unsichtbare hände wird die königin aus der mitte ihrer umgebung, die bereit ist, für sie das leben einzusetzen, hinweggeführt. Die vorstellungen von den fairies, wie sie unser dichter in seiner erzählung hat form gewinnen lassen, finden sich zum grossen theile in den feensagen der Artusromane wieder; die zeit fand geschmack an den phantasien von einem volke höher stehender wesen, und es war ein glücklicher gedanke, diese träume in den klassischen mythus zu verweben. Ob diese verbindung nun das werk unsers dichters resp. seines französischen gewährsmannes gewesen ist, oder bereits zuvor bestanden hat, wird sich unserer beurtheilung entziehen. Ausser den namen und den grundzügen der antiken sage finden sich selten anklänge an die letztere. Ebensowie wie Eurydike (Met. X 9; Georg. IV 460) ist Heurodis auf ihrem spaziergange von dienenden frauen begleitet. Auch Orfeo lockt, wie Orpheus, durch seine töne die thiere des waldes herbei, und wie die schatten des Erebus bei den wundersamen klängen ihre qualen vergassen, so lauschen auch die bewohner des feenreiches der harfe Orfeos.

(Die menschen, welche gleich der Heurodis im feenlande fortleben (v. 386 ff.), erinnern an Vergil's matres atque viri defunctaque corpora vita magnanimum heroum, pueri innuptaeque puellae impositique rogis juvenes ante ora parentum (Georg. IV 475). ) ✓ Wenn Orfeo, als er seine gattin zum ersten male wiedersieht, nicht mit ihr sprechen darf (v. 334), so klingt dies wie eine erinnerung an die bedingung, unter welcher Orpheus seine gattin wiedererhält, dass er sich nicht nach ihr umschauen dürfe, so lange er im bereiche der unterwelt sei. r Sonst aber tritt die klassische sage zurück hinter der modernen ausstattung der erzählung. Vieles von dem beiwerke, mit dem der dichter seine romanze geschmückt hat, kehrt in der weltliteratur jener zeit wieder. So erinnert uns die scene der thronentsagung an Guillaume d'Angleterre; das traurige leben, welches Orfeo im walde führt, an Iwein und Parthenopeus; die ausstattung des feenschlosses an Beves und Flandrijs; die aufforderung des feenkönigs an Orfeo, sich den lohn für seine kunst selbst zu bestimmen, an Tristan; das wechseln der kleider an Horn, William of Palerne und Beves. dett Der dichter nahm eben, was ihm geeignet schien, da, wo er es fand, und verflocht es mit geschickter hand in seine erzählung. Wo es original ist, da malt er mit lebhaften farben und in leichtem flusse führt er die erzählung zu ende. Während aber die klassische sage zum endzwecke die verherrlichung des gesanges hat, stellt er die gattenliebe in den vordergrund und daneben als neues motiv die mannentreue. So hat denn der seiner person nach uns unbekannte dichter, gemüth und phantasie befriedigend, uns ein werk hinterlassen, welches zwar nicht den dichtungen ersten ranges beizuzählen ist, welches aber doch unter den romanzen des mittelalters einen ehrenvollen platz behauptet. X Hirschberg, Druck der Actien - Gesellschaft, Bote a, d. Riesengebirge".

/


Colophon

Edition. Oscar Zielke, Sir Orfeo — ein englisches Feenmärchen aus dem
Mittelalter, mit Einleitung und Anmerkungen
(Breslau: Wilhelm Koebner,
1880). OCLC 6893308. This is a nineteenth-century German critical edition
of the Middle English poem, not an English translation or a modern
edition — Zielke's own apparatus (Vorwort, Einleitung, Anmerkungen, Schluss)
is German scholarly prose, reproduced here as printed; only the poem itself
is in Middle English.

Witnesses. Two independent HathiTrust per-page OCR captures of the same
1880 print were triangulated against each other:

  • 1bf13f46cdf29311e9f15f7d02f80a3a (HathiTrust id 32044020260279,
    Harvard College Library copy, 154 pages) — the cleaner OCR pass and the
    base witness used throughout.
  • 7714429c85ea304e1f3efbf34c10e251 (HathiTrust id 39015011271247, 156
    pages) — consulted to cross-check the base witness; its OCR proved
    substantially noisier (frequent v/w and letter-shape confusion) and it
    was not used as a source of readings beyond that check.

What was mechanically restored. HathiTrust's OCR engine read Zielke's
italic thorn (þ) correctly throughout; it consistently misread his yogh
(ȝ) as the letter z (e.g. "nouzt", "zong", "brizt"). Every instance of
this confusable was individually verified in context — checked against
its Middle English etymology, its rhyme, or a parallel manuscript
reading — before being restored to ȝ; ordinary German words containing
z (zu, zeit, ganz, and the like) were left untouched. Two further
systematic OCR confusions were corrected throughout: the manuscript
siglum O misread as the digit "0" or as "Q", and stray Cyrillic and
Greek look-alike letters (Cyrillic О/Н/А/Е, Greek Η/Ο/Α/Ε/Δ) substituted
for their Latin equivalents (O/H/A/E, and Greek θ for þ) in abbreviations
and manuscript sigla. Ordinary OCR line-wrap hyphenation in the German
prose was rejoined; scanner running heads ("Zielke, Sir Orfeo.") and
bare page-number lines were stripped throughout.

What could not be restored. A handful of single readings in the
critical apparatus were lost to OCR beyond honest recovery — a
manuscript-siglum letter inside parentheses is marked [OCR gap] at each
such point (eight instances, all in the notes to the H/O variant readings,
none in the base text of the poem itself). One apparatus note to line 534
("wyld forest i z. O.") could not be construed with confidence against
either witness and is reproduced exactly as printed, unresolved.

What was omitted. Zielke's Einleitung IV, "Die Sprache" ("The
Language" — roughly half the printed introduction, a technical
phonological and morphological study of the poem's dialect, dense with
short bracketed citations), is not included. Unlike the surrounding
prose, this section's OCR is pervasively corrupted by Cyrillic and Greek
look-alike letters standing in for Latin ones in ways that could not be
resolved by mechanical substitution — the same glyph stands for different
Latin letters in different citations, so restoring it correctly would mean
guessing at philological claims rather than recovering them. Rather than
publish a linguistics chapter with invented readings, it is omitted here.
Vorwort, Einleitung I–III, the full Text with its critical apparatus,
Anmerkungen, and Schluss are otherwise complete.

Public domain status. Published 1880; the author (Oscar Zielke) and
all named contributors died well over 70 years ago. Public domain in the
United States and in the source country.

🌲